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Konjunktur RWI erwartet nur noch 1,3 Prozent Wachstum

13.12.2004 ·  Auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat seine Wachstumsprognose für das nächste Jahr deutlich nach unten revidiert.

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Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr deutlich gesenkt. Das hatte auch schon das Kieler Institut für Weltwirtschaft getan, von anderen führenden Wirtschaftsforschern ist dies noch kurz vor Weihnachten zu erwarten.

Auch wegen der unerwarteten Verlangsamung des Wachstums im dritten Quartal 2004 sei für das kommende Jahr nur noch ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,3 Prozent zu erwarten, teilte das RWI am Montag mit. Für 2004 sei ein BIP-Plus von 1,7 Prozent zu erwarten. Um den Effekt unterschiedlich vieler Feiertage bereinigt steige das Wachstum aber von 1,2 Prozent in diesem Jahr auf 1,5 Prozent 2005 an. Bei der bisher schwachen Binnenwirtschaft sehen die Essener Forscher Anlaß für Hoffnung - hauptsächlich wegen anziehender Investitionen und einer besseren Konsumstimmung.

Dennoch bleibe Deutschland weiter stark von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. So könnte etwa eine weitere Abwertung des Dollar die deutschen Wachstumsaussichten erheblich eintrüben. „Nach wie vor ist die interne Dynamik zu gering, um einer ernsthaften außenwirtschaftlichen Störung viel entgegensetzen zu können", hieß es.

RWI zuletzt optimistisch

Noch im Juli hatte das RWI wegen der zu Jahresbeginn stark steigenden Exporte seine BIP-Prognose 2004 auf gut zwei Prozent und 1,8 Prozent im kommenden Jahr erhöht. Im Herbstgutachten gingen die führenden Forschungsinstitute für 2004 nur noch von einem BIP-Wachstum von 1,8 Prozent in diesem und von 1,5 Prozent im nächsten Jahr aus. Zuletzt hatte auch das Kieler IfW seine Erwartungen für das kommenden Jahr deutlich gesenkt und erwartet nur noch eine um 0,8 Prozent höhere Wirtschaftsleistung.

Wegen des starken Euro rechnen die Essener Forscher auch in den kommenden Monaten nur mit einem eher moderaten Wachstum. Der Preisauftrieb werde sich voraussichtlich weiter beruhigen, „zumal der Preis für Rohöl inzwischen weiter fällt und sich keine Zweitrundeneffekte des Energiepreisanstiegs abzeichnen".

Keine Besserung am Arbeitsmarkt

Die Lage am Arbeitsmarkt werde sich zunächst kaum nachhaltig bessern. „Unserer Einschätzung nach wird die registrierte Arbeitslosigkeit (2005) auf knapp 4,5 Millionen Personen im Jahresdurchschnitt ansteigen, was im Wesentlichen auf die Folgen von Hartz IV zurückzuführen ist", erklärte das RWI mit Blick auf die statistischen Effekte der Arbeitsmarktreform.

Auch die Lage der öffentlichen Haushalte werde sich im kommenden Jahr kaum verbessern. „Wir erwarten, daß das staatliche Budgetdefizit mit 3,4 Prozent des nominalen BIP zum vierten Mal in Folge die Defizitgrenze des Maastrichter Vertrags überschreitet.“

Nächste Prognosen am 21. Dezember

In der vergangenen Woche hatte bereits das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr von 1,2 auf 0,8 Prozent gesenkt. Als Grund wurde vor allem ein unerwartet starker Einbruch bei der Auslandsnachfrage im dritten Quartal dieses Jahres angegeben. In der Prognose des IfW wird die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen für 2005 auf 4,48 Millionen geschätzt, nach 4,38 Millionen in diesem Jahr.

Auch das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) dürfte seine Wachstumsprognose für Deutschland 2005 senken. „Wir haben schon immer gesagt, was beim Herbstgutachten galt, ist aus heutiger Sicht sicher sehr optimistisch für das nächste Jahr", sagte HWWA-Konjunktur-Chef Eckhardt Wohlers am Montag Reuters. Derzeit sei von anderen Wechselkursen und anderen Ölpreisen auszugehen als dies beim Gemeinschaftsgutachten der sechs führenden Institute Mitte Oktober der Fall war. „Außerdem war das dritte Quartal schlechter als gedacht", sagte Wohlers, der sich jedoch nicht konkret zur neuen Wachstumsprognose äußerte.

Das HWWA will seine Vorhersage am 21. Dezember vorstellen. Auch das Münchner Ifo-Institut und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wollen an diesem Tag ihre neuen Prognosen vorlegen. IWH-Chef Ulrich Blum hatte in einem Reuters-Interview ebenfalls bereits eine pessimistischere Prognose angekündigt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, dpa
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