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Konjunktur OECD gibt sich zuversichtlicher

24.06.2009 ·  Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat etwas überraschend ihre Prognosen für die konjunkturelle Entwicklung in den Industrieländern angehoben. Deutschland muss sich demnach allerdings 2010 auf ein Mini-Wachstum und eine Arbeitslosenquote nahe zwölf Prozent einstellen.

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Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat etwas überraschend ihre Prognosen für die Entwicklung der Wirtschaft in den Industrieländern angehoben. Wie die OECD am Mittwoch im Rahmen ihres „Economic Outlook“ berichtete, geht sie nunmehr davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der OECD-Länder im Durchschnitt 2009 um 4,1 Prozent abnehmen und 2010 um 0,7 Prozent wachsen wird.

Im März war die in Paris ansässige Institution noch für dieses Jahr von minus 4,3 Prozent und auch für das kommende Jahr von einer leicht rückläufigen Entwicklung - minus 0,1 Prozent - ausgegangen.

Erholung in China bereits absehbar

In ihrem Bericht erklärte die OECD, dass der Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität offenbar kurz vor dem Wendepunkt stehe, wenngleich die erwartete Erholung „schwach und fragil“ ausfallen werde. Dennoch hätte die schlimmste Rezession in den Industrieländern seit Jahrzehnten schwerer ausfallen können, düsterere Szenarios könnten inzwischen vermieden werden. Die Risiken für den Wirtschaftsausblick seien „ausgewogen“.

So betonte die OECD auch, dass gegenwärtig in den großen Nicht-OECD-Ländern - etwa China - eine konjunkturelle Erholung bereits auf dem Weg sei. Dort würden die sehr expansiven geld- und fiskalpolitischen Programme stark greifen.

Rasant steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland

Deutschland muss sich der OECD zufolge 2010 auf ein Mini-Wachstum und eine stark steigende Arbeitslosigkeit einstellen. Die Wirtschaftsleistung werde nach einem Konjunktureinbruch von 6,1 Prozent in diesem Jahr nur um 0,3 Prozent zulegen. Die deutschen Firmen werden nach Ansicht der OECD bei einem düsteren Geschäftsumfeld künftig nicht mehr so oft auf Kurzarbeit setzen und verstärkt zu Entlassungen übergehen. Die Arbeitslosenquote werde bis Ende 2010 auf nahezu zwölf Prozent klettern, warnte die Organisation. „Für die Politik besteht die größte Herausforderung darin, zu verhindern, dass die steigende Arbeitslosigkeit in strukturelle Arbeitslosigkeit mündet“, mahnte die OECD.

Im Einzelnen geht die OECD davon aus, dass die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in diesem Jahr nur noch um 2,8 Prozent schrumpfen wird, im März war der BIP-Rückgang noch auf 4 Prozent taxiert worden. Für 2010 sagt die Organisation jetzt ein Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten von 0,9 Prozent (zuletzt: 0,0 Prozent) voraus. Insgesamt werde die Entwicklung in den Vereinigten Staaten noch einige Zeit vor allem unter einer schwachen Investitionstätigkeit leiden, heißt es.

Japanische Wirtschaft leidet am deutlichsten

Für die Wirtschaft der Eurozone sagt die OECD für dieses Jahr allerdings eine Schrumpfung um 4,8 Prozent (minus 4,0 Prozent), für 2010 wird dann eine BIP-Stagnation (minus 0,3 Prozent) erwartet. Die deutsche Wirtschaft werde dabei in diesem Jahr um 6,1 Prozent (minus 5,3 Prozent) schrumpfen, 2010 aber wieder moderat um 0,2 Prozent (plus 0,2 Prozent) zulegen.

Den deutlichsten Einbruch der Wirtschaftsaktivität in diesem Jahr erwartet die OECD für Japan und sagt dabei einen BIP-Rückgang um 6,8 Prozent (minus 6,6 Prozent) voraus. Für 2010 wurde die BIP-Prognose aber hoch revidiert auf plus 0,7 Prozent (minus 0,5 Prozent). Begründet wurde die deutliche Revision mit den erwarteten Effekten der üppigen japanischen Konjunkturprogramme.

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