28.12.2009 · Die deutschen Arbeitnehmer wird es nicht freuen: Im kommenden Jahr liegen mehr Feiertage als üblich an Wochenenden, daher gibt es weniger freie Tage als in den Vorjahren. Eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent soll dies laut Bundesbank bringen.
Von Philip PlickertDie deutschen Arbeitnehmer wird es nicht freuen: Im kommenden Jahr liegen mehr Feiertage als üblich an Wochenenden, daher gibt es weniger freie Tage als in den Vorjahren. Pech für die Gewerkschaften: Der 1. Mai fällt 2010 auf einen Samstag. Zudem liegen die Weihnachtsfeiertage 2010 beide an einem Wochenende. In Bayern und Baden-Württemberg, die mehr religiöse gesetzliche Feiertage als andere Länder haben, entfallen 2010 insgesamt 8 Arbeitstage – einer weniger als 2009. Im Norden der Republik entfallen wegen gesetzlicher Feiertage 5, in der Mitte 6 und im Westen 7 Arbeitstage. Das sind jeweils zwei weniger als 2009.
Je nach Bundesland gibt es im kommenden Jahr 253 bis 256 Arbeitstage unter der Woche. Die Bundesbank hat errechnet, dass die zusätzlichen Arbeitstage das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent erhöhen werden. Das klingt wenig. In absoluten Zahlen entspricht es aber fast 5 Milliarden Euro. „Es gibt etwas mehr Wertschöpfung, aber nicht proportional mehr wie zusätzliche Arbeitstage“, sagt Joachim Scheide, der Konjunkturchef des Instituts für Weltwirtschaft. „Das ganze ist ein Angebotseffekt, die Nachfrage bleibt erstmals unberührt“, sagt Scheide. Wenn die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen nicht zunehme, werden viele Unternehmen nicht mehr produzieren, sondern versuchen, den Produktionsverlauf zu glätten. Über Weihnachten und Neujahr etwa haben viele Betriebe spezielle Vereinbarungen.
Dennoch „arbeitgeberfreundlich“
Der Kalender sei 2010 dennoch „arbeitgeberfreundlich“, sagt Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung. Unternehmer können sich freuen, wenn ihre Mitarbeiter mehr Tage im Büro oder in der Fabrik tätig sind, der Monatslohn jedoch gleich bleibe. Nur Arbeitnehmer, die auf Stundenbasis bezahlt werden, erhalten ein höheres Einkommen. Ansonsten werden die Unternehmensgewinne steigen. „Der BIP-Effekt ergibt sich also teilweise über sinkende Kosten, sinkende Preise und steigende Gewinne“, sagt Döhrn.
Nicht alle Branchen sind jedoch über den Kalender des nächsten Jahres erfreut. „Weniger Feiertage heißt weniger Tourismus, weniger Einnahmen im Hotel- und Gaststättengewerbe, weniger Besuche in Freizeitparks“, gibt RWI-Ökonom Döhrn zu bedenken. Aus Österreich gebe es Berechnungen, dass der Arbeitstageeffekt gesamtwirtschaftlich sogar negativ sei. Die dortige Tourismus- und Gastronomiebranche ist volkswirtschaftlich so bedeutend, dass ihre Verluste die Gewinne anderer Branchen übertreffen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.383,40 | −0,77% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2452 | −0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 105,74 $ | −1,04% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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