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Konjunktur Lokomotive Deutschland

24.05.2007 ·  In den kommenden eineinhalb Jahren fährt die deutsche Konjunktur einen idealen Kurs. Das bestätigen die Ökonomen der OECD. Der Höhepunkt des Konjunkturzyklus werde in diesem Jahr erreicht.

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Die deutsche Wirtschaft bleibt derzeit Konjunkturlokomotive Europas. Deutschland fährt nach dem neuesten Wirtschaftsausblick der OECD in den kommenden eineinhalb Jahren einen idealen Kurs: Kräftiges Wachstum, sinkende Arbeitslosigkeit, endlich wieder steigende Reallöhne - und das alles ohne galoppierende Preise. Der Höhepunkt des Konjunkturzyklus werde zwar in diesem Jahr erreicht, schreibt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag in Paris. 2008 werde das Wachstum mit 2,2 Prozent dennoch im weltweiten Trend der Industrieländer liegen.

Auch das Stimmungsbarometer in der größten Volkswirtschaft Europas zeigt weiterhin ein Hoch an. Der Geschäftsklimaindex verharrte im Mai unverändert auf dem hervorragenden Niveau von 108,6 Punkten, wie das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München mitteilte. Ungeachtet der hohen Ölpreise, des starken Euro und der Mehrwertsteuererhöhung liegt das Konjunkturbarometer damit weiter nur knapp unter dem Stand vom Dezember 2006. Damals hatte der ifo-Index mit 108,7 Punkten den höchsten Stand seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebung im Jahr 1991 erreicht. „Damit bleiben die Konjunkturaussichten unverändert gut“, sagte ifo-Präsident Hans- Werner Sinn.

Amerikanische Wirtschaft bremst

Nach den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes legt die deutsche Wirtschaft trotz der Anhebung der Mehrwertsteuer kräftig zu. Allerdings hat der Steuerzuschlag zum Jahreswechsel den privaten Konsum im ersten Quartal deutlich gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), der Wert aller hergestellten Güter und Dienstleistungen, stieg in den ersten drei Monaten 2007 kalender- und saisonbereinigt real um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Gegenüber dem ersten Quartal 2006 ergibt sich ein Wachstum von 3,3 Prozent. Rechnet man hier heraus, dass dieses Jahr ein Arbeitstag weniger zur Verfügung stand, bedeutet dies sogar ein Plus von 3,6 Prozent.
Insgesamt läuft die Konjunktur im Euro-Raum laut OECD auf hohen Touren. Dank der Erholung in Deutschland und Italien wird die Wirtschaft im laufenden Jahr um 2,7 Prozent expandieren. Dagegen bremst die amerikanische Wirtschaft im laufenden Jahr von 3,3 auf 2,1 Prozent ab.

Als positiv wertet die OECD, dass die „Konjunkturdividende“ im Euro-Raum zunehmend zur Konsolidierung der Budgets genutzt wird. „Europa ist aber wieder in der Zone der Versuchung“, sagte der Chefvolkswirt der OECD, Jean-Philippe Cotis. Er riet den Staaten angesichts der guten Lage vor allem: „Sparen, sparen, sparen.“ Dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe) sagte Cotis, wenn die Konjunktur derart brumme wie derzeit in Deutschland, sei man schnell bereit, gesteigerte Ausgaben zu tolerien. „Dabei lässt sich nie schmerzfreier sparen als im Boom“, unterstrich der Wirtschafts-Experte.

OECD ist optimistischer als die Bundesregierung

Trotz der „Mehrwertsteuer-Bremse“ wird das Wachstum in der Bundesrepublik in diesem Jahr arbeitstäglich bereinigt mit 2,9 Prozent (nach 3,0 Prozent) praktisch stabil bleiben. Das sind 1,1 Prozentpunkte mehr, als die OECD noch im vergangenen November erwartet hatte. 2008 dürfte es eine Abschwächung auf 2,2 Prozent geben. Umgerechnet auf die deutsche Statistik bedeutet das für dieses Jahr 2,8 Prozent und für das Schaltjahr 2008 immer noch kräftige 2,5 Prozent Wachstum. Damit ist die OECD optimistischer als die Bundesregierung.

Die Zahl der Arbeitslosen wird laut OECD in den nächsten eineinhalb Jahren um eine halbe Million sinken. Im Jahresmittel werde die Erwerbslosenquote in diesem Jahr von 8,1 auf 6,9 Prozent fallen und 2008 rund 6,3 Prozent erreichen. Arbeitsmarkt-Experten rechnen für Mai mit einer Arbeitslosenzahl von etwa 3,81 Millionen. Erstmals seit der Jahrtausendwende werden die Löhne im kommenden Jahr nicht nur nominal, sondern auch real spürbar steigen. Hatten die Arbeitnehmer 2006 nominal nur 0,7 Prozent mehr bekommen, so sollen es in diesem Jahr 1,9 Prozent und 2008 sogar 2,5 Prozent mehr sein. Die Inflation wird aber in diesem Jahr mit 1,8 Prozent stabil bleiben und 2008 auf 1,7 Prozent zurückgehen.

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