04.08.2005 · Die deutschen Industrieunternehmen haben im Juni zum zweiten Mal nacheinander deutlich mehr Aufträge als im Vormonat erhalten. Damit verbessern sich die Aussichten auf eine gewisse wirtschaftliche Erholung.
Die deutschen Industrieunternehmen haben im Juni zum zweiten Mal nacheinander deutlich mehr Aufträge als im Vormonat erhalten. Damit verbessern sich die Aussichten auf eine gewisse wirtschaftliche Erholung in den kommenden Monaten, auf die zuvor schon die Aufhellung des Konjunkturklimas im Verarbeitenden Gewerbe hingewiesen hatte.
Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums vom Donnerstag stieg der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im Juni um 2,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, nach einem Plus von 2,3 Prozent im Mai. Diese Angaben sind um saisonale Effekte und um die Inflation bereinigt.
Dank Großaufträgen mehr inländische Bestellungen
Die zusätzlichen Aufträge kamen im Juni vor allem aus dem Inland. Hier meldet das Ministerium insgesamt ein kräftiges Plus von 4 Prozent und für die Investitionsgüter sogar von 8,2 Prozent. Dies spiegelt wider, daß im Juni Großaufträge überdurchschnittlich zum Auftragseingang beitrugen, wie das Ministerium mitteilte. Aus dem Ausland kamen im Juni nur 0,8 Prozent mehr Bestellungen. Im Zweimonatsvergleich Mai/Juni gegenüber März/April erhöhte sich der Auftragseingang insgesamt um 2,4 Prozent; inländische und ausländische Bestellungen trugen dazu mit 2,3 und 2,5 Prozent nahezu gleich viel bei.
Clement zufrieden
Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) zeigte sich erfreut darüber, daß in den vergangenen Monaten verstärkte Impulse aus dem Inland gekommen seien. In den vergangenen Quartalen hatte vor allem die schwache Binnennachfrage die deutsche Wirtschaft belastet. Auch die Aufhellung der Geschäftsklimaindikatoren für die Industrie spreche für einen Aufschwung.
Volkswirte skeptisch
Bankvolkswirte bleiben skeptisch, ob die Auftragsdaten eine kräftige Stärkung der Binnenkonjunktur anzeigten. Weil das inländische Auftragsplus weitgehend auf Großaufträge zurückgehe, sei es zu früh, um von einer Wende der Binnenkonjunktur zu sprechen, hieß es bei der Commerzbank. Die Volkswirte der Hypo-Vereinsbank betonten dagegen, daß die Hersteller von Konsumgütern zum neunten Mal nacheinander steigende Bestellungen aus dem Inland meldeten. Dies lasse einen positiveren Ausblick auf die Konsumnachfrage zu, als es durch die schlechten Ergebnisse von Verbraucherumfragen nahegelegt werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.383,40 | −0,77% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2452 | −0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 105,74 $ | −1,04% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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