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Konjunktur IWF: „In Deutschland brummt es“

14.09.2006 ·  Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für Deutschland deutlich angehoben und dennoch Verbesserungen gefordert. Mahnende Worte sprach der IWF in Richtung Amerika. Dort diagnostiziert der Fonds Risiken für die Weltwirtschaft.

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Beeindruckt von der Konjunkturentwicklung in Deutschland hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für die Bundesrepublik am Donnerstag kräftig angehoben. Zwei Prozent Zuwachs erwartet die Organisation jetzt für dieses Jahr, 0,7 Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr.

Damit hat Deutschland unter den Industrieländern die Frühjahrserwartungen am weitesten übertroffen. Auch weltweit rechnet der IWF in diesem Jahr mit einem kräftigeren Wachstum - 5,1 Prozent - warnt aber auch vor wachsenden Risiken durch die globalen Ungleichgewichte.

IWF: Hartz IV verbessern, Unternehmensteuer runter

„In Deutschland brummt es“, sagte Chefökonom Raghuram Rajan bei Vorlage des Weltwirtschaftsausblicks in Singapur. Dort findet die Jahrestagung von IWF und Weltbank mit 24.000 Teilnehmern statt. Für die Zukunft seien aber weitere Strukturreformen nötig, um das Wachstumspotential zu erhöhen. „Sorgt dafür, daß Hartz IV besser funktioniert, damit die Menschen mehr Anreize haben zu arbeiten“, riet Rajan. „Reduziert die Unternehmensteuern.“

Die bevorstehende Erhöhung der werde das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im kommenden Jahr möglicherweise um mehr als einen halben Prozentpunkt verringern. Der Effekt könnte aber sogar größer sein“, warnt der IWF. Mögliche kurzfristige Nachfrageverlagerungen seien bei derartigen Maßnahmen „schwer vorherzusagen“.

Amerikaner sollen sparen

Die Risiken für eine Abwärtsentwicklung der Weltwirtschaft seien gestiegen, heißt es in dem Bericht. „Eine ungeordnete Anpassung (der Ungleichgewichte) könnte die Weltwirtschaft schwer belasten.“ Als besondere Risiken gelten: ein steigender Inflationsdruck, vor allem in den Vereinigten Staaten, ein rasanteres Abkühlen des amerikanischen Immobilienmarktes, der die amerikanische Konjunktur stärker als erwartet dämpfen würde, und noch höhere Ölpreise. Notenbanken könnten sich gezwungen sehen, die Zinsen stärker zu erhöhen als vorgesehen. Der Europäischen Zentralbank rät der IWF aber zur Zurückhaltung.

Der IWF forderte die Vereinigten Staaten zum Sparen auf, sowohl die Regierung als auch Privathaushalte. Europa und Japan müßten ihre Strukturreformen weiter vorantreiben, aufstrebende asiatische Länder müßten flexiblere Wechselkurse zulassen, China den Konsum fördern und andere asiatische Länder das Investitionsklima verbessern.

Nur Italien mit schlechterer Prognose

Mit 2,0 Prozent Wachstum in diesem Jahr liegt Deutschland nach der IWF-Prognose immer noch am unteren Rand der Industrieländer. Nur für Italien ist die Prognose mit 1,5 Prozent schlechter. Auch Finanzminister Peer Steinbrück hatte von möglicherweise zwei Prozent gesprochen, die deutschen Wirtschaftsinstitute liegen mit ihren Vorhersagen zwischen 1,6 und 2,4 Prozent.

Für die Vereinigten Staaten erwartet der IWF 3,1 Prozent(2007: 2,9), für Frankreich 2,4 (2,3) Prozent und Japan und Großbritannien jeweils 2,7 Prozent. Großbritannien hält das Wachstumsniveau nach dieser Prognose, Japan erreicht 2,1 Prozent im nächsten Jahr. Durch die beschlossene Mehrwertsteuererhöhung falle Deutschland im kommenden Jahr voraussichtlich auf 1,3 Prozent Wachstum zurück und wäre damit zusammen mit Italien wieder Schlußlicht unter den Industrieländern.

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Von Johannes Ritter

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