06.09.2005 · Als Folge von Großaufträgen aus dem Ausland haben die deutschen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes im Juli preis- und saisonbereinigt 3,7 Prozent mehr Aufträge erhalten als im Vormonat.
Als Folge von Großaufträgen aus dem Ausland haben die deutschen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes im Juli preis- und saisonbereinigt 3,7 Prozent mehr Aufträge erhalten als im Vormonat. Volkswirte hatten nach dem starken Zuwachs im Juni ein Minus erwartet.
Für die ausländischen Aufträge meldete das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag ein Plus von 7,7 Prozent im Juli. Der inländische Auftragseingang verharrte mit minus 0,1 Prozent auf dem hohen Vormonatsstand. Der gesamte Auftragseingang lag im Juli so hoch wie noch nie seit 1991.
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums gründet der starke Zuwachs der Bestellungen im Juli auf überdurchschnittlich vielen Großaufträgen. Aus den Detailangaben des Statistischen Bundesamtes geht hervor, daß es sich um Großaufträge im Schiff- und Bootsbau, im Maschinenbau und in der Metallerzeugung gehandelt hat. So hatte die Papenburger Meyer-Werft im Juli den Auftrag der deutschen Reederei Aida Cruises über ein neues Kreuzfahrtschiff erhalten. Schon im Juni hatten Großaufträge die Bestellungen steigen lassen.
Drittes Plus nacheinander
Der Auftragseingang ist mit den jüngsten Angaben den dritten Monat nacheinander deutlich gestiegen. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) erklärte, die Konjunktur komme zusehends in Schwung. Nach Ansicht von Bankvolkswirten führt sich das Plus der ausländischen Bestellungen auf die kräftige internationale Industriekonjunktur und auf den Wechselkurs des Euro zurück, der nicht mehr bremse.
Als besonders positiv hoben Ökonomen die inländischen Bestellungen hervor: Die Aufträge sind nach einer Schwäche zu Jahresbeginn deutlich gestiegen und lagen im Juni/Juli fast 7 Prozent höher als vor einem Jahr. Die positive Entwicklung des Auftragseingangs erfaßte zuletzt alle Industriebereiche. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Juni/Juli gegenüber April/Mai verbuchten die Hersteller von Vorleistungsgütern 5,4 Prozent mehr Aufträge. Investitionsgüterproduzenten meldeten ein Plus von 6,8 Prozent und Konsumgüterhersteller von 2,5 Prozent.
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