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Konjunktur in Deutschland : Sachverständigenrat erwartet höhere Arbeitslosigkeit

Die deutsche Industrie muss einen unerwartet hohen Rückgang an Aufträgen hinnehmen Bild: dapd

Die fünf Wirtschaftsweisen erwarten angesichts der schwächeren Konjunktur, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland nächstes Jahr steigt. Morgen legen sie ihr neues Gutachten vor.

          Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Fünf Weise) rechnet mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr. Die Arbeitslosenquote in Deutschland wird von einem Wert von 6,8 Prozent in diesem Jahr auf 6,9 Prozent im Jahr 2013 zulegen, schätzen die fünf Ökonomen.

          Jan Hauser

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

          Das geht nach Informationen dieser Zeitung aus dem Jahresgutachten des Sachverständigenrates hervor, das dieser am Mittwoch in Berlin vorstellen wird. Für das Wirtschaftswachstum geht der Sachverständigenrat von 0,8 Prozent in diesem und im kommenden Jahr aus. Die Bundesregierung und auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechneten dagegen mit einem Wert von 1,0 Prozent für 2013.

          Auftragseingang geht stark zurück

          Unterdessen hat die deutsche Industrie im Zuge der Eurokrise im September einen überraschend tiefen Einbruch des Auftragseingangs erlebt. Die Bestellungen sanken gegenüber dem Vormonat um 3,3 Prozent, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag mit. Volkswirte hatten nur mit einem kleinen Minus von 0,4 Prozent gerechnet, so die Median-Prognose von 40 Ökonomen in einer Bloomberg-Umfrage. Vor allem Vorleistungs- und Investitionsgüter sind weniger gefragt.

          Besonders stark war der Auftragsrückgang aus dem Euroraum: Er brach im September um 9,6 Prozent ein. Hingegen hielt sich die Nachfrage aus dem Nicht-Euroraum besser. Sie sank nur um 1,5 Prozent. Die Inlandsbestellungen nahmen um 1,8 Prozent ab. Der Auftragseingang ist im Trend schon seit mehr als einem Jahr im Sinkflug. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt er nun schon mehr als 10 Prozent im Minus, bereinigt um den Arbeitstage-Effekt waren es 4,7 Prozent.

          Wirtschaftsministerium erwartet zunächst schwächere Produktion

          Das Bundeswirtschaftsministerium kommentierte die neuen Zahlen eher zurückhaltend. „Das schwache wirtschaftliche Umfeld des Euroraums, aber auch der übrigen Weltwirtschaft schlägt sich mittlerweile deutlicher als im ersten Halbjahr bei der Nachfrage nach deutschen industriellen Erzeugnissen nieder“.

          Deshalb seien in den kommenden Monaten tendenziell eine schwächere Produktion zu erwarten. Die Industrieproduktion macht etwas mehr als ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung in Deutschland aus.

          Quelle: FAZ.NET

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