http://www.faz.net/-gqe-7hmaw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 18.09.2013, 12:37 Uhr

Konjunktur in Deutschland Forscher prognostizieren stärkeres Wachstum für 2014

Gleich mehrere Institute sagen der deutschen Wirtschaft ein starkes Jahr 2014 voraus. Doch ob die Arbeitslosigkeit sinken wird, ist umstritten. Auch die Eurokrise bleibt ein Risikofaktor.

© dpa Container im Hamburger Hafen

Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland wird im kommenden Jahr an Stärke gewinnen. Entsprechende Prognosen haben am Mittwoch gleich drei Forschungsinstitute vorgestellt. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Bundesverband deutscher Banken (BdB) prognostizieren der deutschen Wirtschaft für das kommende Jahr übereinstimmend ein Wachstum von 1,7 Prozent. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) geht sogar von 1,9 Prozent Zuwachs aus. Für das laufende Jahr erwarten die Institute, dass das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu 2012 nur um 0,4 bis 0,6 Prozent steigen wird.

Auf den ersten Blick sind das gute Vorzeichen für den Arbeitsmarkt. Das DIW geht davon aus, dass die Zahl der Erwerbstätigen im nächsten Jahr auf 42 Millionen Menschen steigen dürfte. Das wäre ein neuer Höchststand für Deutschland. Wegen der hohen Zuwanderung, vor allem aus Bulgarien und Rumänien, drängten allerdings mehr Menschen auf den Arbeitsmarkt. Deshalb erwartet das DIW, dass die Zahl der Arbeitslosen in diesem und im nächsten Jahr trotz der Rekordbeschäftigung leicht steigt.

Inlandsnachfrage stützt das Wachstum

Die Konjunkturbelebung basiert laut den Prognosen vor allem auf der hohen Konsumnachfrage privater Haushalte in Deutschland. Wegen steigender Löhne, einer weiterhin mäßigen Inflation und der niedrigen Zinsen werden die Verbraucher demnach mehr Geld ausgeben als gewohnt. DIW-Präsident Marcel Fratzscher warnt allerdings vor den Folgen, deshalb Investitionen zu vernachlässigen. „Das Wirtschaftswachstum wird langfristig nur moderat sein können, wenn wir heute nicht die Weichen für mehr öffentliche und private Investitionen stellen“, sagt Fratzscher.

Der Bankenverband erwartet auch von den Bauinvestitionen weiterhin positive Impulse für die Konjunktur. Der Wachstumsschub vom Außenhandel werde dagegen moderat ausfallen, weil die Importe mit der gleichen Rate steigen dürften wie die Exporte.

Für die gesamte Eurozone bewerten die Institute die Lage skeptischer. Die Rezession sei zwar im Frühjahr überwunden worden. Von einem Aufschwung kann nach Ansicht der Volkswirte des Bankenverbands dennoch für längere Zeit nicht gesprochen werden. Dass die Krise in der Eurozone noch nicht gelöst ist, bleibt laut DIW ein Risikofaktor für die Konjunktur in Deutschland.

Mehr zum Thema

Die deutsche Autobranche ist abhängig

Von Martin Gropp

Die Herstellung von Elektromotoren braucht weniger Mitarbeiter als die von Verbrennungsmotoren. Eine deutsche Zellfertigung wäre da ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Mehr 13 12

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden
Zur Homepage