Home
http://www.faz.net/-gqf-752bs
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Konjunktur in der Automobilbranche Autokrise in Europa verschärft sich - Volkswagen brummt

Immer weiter abwärts: Europas Automarkt liegt darnieder. Volkswagen als größter Autobauer des Kontinents eilt dennoch von Rekord zu Rekord. Der Konzern feiert seine Erfolge anderswo.

© dapd Vergrößern Im Hochregallager von Volkswagen in Wolfsburg holt ein Lift gerade einen „New Beetle“ ab.

Das Jahr 2012 droht für Europa das schlechteste Autojahr seit 19 Jahren zu werden. Die Zahl der Neuzulassungen in den heutigen 27 EU-Staaten ist von Januar bis November auf den niedrigsten Stand seit 1993 gefallen. Sie sank auf 11,26 Millionen Autos, 7,6 Prozent weniger als im entsprechenden  Vorjahreszeitraum, wie der Branchenverband ACEA am Freitag in Brüssel mitteilte. Für die deutschen Hersteller laufen die Geschäfte dennoch weiterhin gut, weil sie in China und den Vereinigten Staaten viele Käufer finden. Volkswagen beispielsweise blieb bis Ende November auf Rekordkurs.

In der Europäischen Union sank die Zahl der Pkw-Neuzulassungen im November den 14. Monat in Folge - 926.486 Fahrzeuge waren 10,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Drastisch waren die Rückgänge in Südeuropa. So wurden in Spanien oder Italien im November gut ein Fünftel weniger Autos neu zugelassen als im Vorjahresmonat, auch in Frankreich gab es ein Minus von mehr als 19 Prozent. Deutschland schnitt mit einem Rückgang von 3,5 Prozent noch relativ gut ab. Eine Ausnahme bildete Großbritannien, wo die Zulassungen um 11,3 Prozent stiegen.

Autoboom in Amerika geht weiter

Hingegen dauert der Boom in Amerika an. In den Vereinigten Staaten wurden im November 1,14 Millionen Fahrzeugen abgesetzt, 15 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die deutschen Hersteller profitierten besonders, konstatierte der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Berlin. Sie steigerten ihren Absatz um 28 Prozent auf 121.800 Autos und wuchsen fast doppelt so stark wie der Gesamtmarkt. Im bisherigen Jahresverlauf erhöhte sich der Absatz deutscher Wagen um 21 Prozent auf 1,13 Millionen, während der gesamte Markt um gut 14 Prozent auf 13,1 Millionen Neufahrzeuge zulegte. Die deutschen Hersteller erhöhten laut VDA ihren Marktanteil in den Vereinigten Staaten um einen halben Prozentpunkt auf 8,6 Prozent.

Mehr zum Thema

Auch in China entwickelte sich der Pkw-Markt laut VDA weiter dynamisch. Insgesamt wurden im November rund 1,3 Millionen Neufahrzeuge verkauft, knapp 12 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. In den ersten elf Monaten des laufenden Jahres stieg der Pkw-Absatz um fast 9 Prozent auf 12 Millionen Einheiten. Der chinesische Markt sei damit größer als der westeuropäische, bemerkte der VDA. Die deutschen Hersteller hätten in China einen Marktanteil von 22 Prozent.

Mercedes peilt Jahresbestwert an

Der Volkswagen-Konzern steigerte seine weltweiten Auslieferungen bis Ende November auf 8,29 Millionen Fahrzeuge - 10,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch der Monat November verlief mit 794.500 verkauften Fahrzeugen und einem Zuwachs von 11,7 Prozent positiv, wie das Unternehmen in Wolfsburg mitteilte. „Schon nach elf Monaten haben wir mehr Fahrzeuge ausgeliefert als im gesamten letzten Jahr. Vor allem mit Blick auf die anhaltend schwierige Situation in einigen europäischen Märkten ist das ein hervorragendes Ergebnis“, sagte Vertriebsvorstand Christian Klingler.

Derweil hieß es aus Stuttgart, wegen der hohen Nachfrage werde Daimler dieses Jahr so viele Autos produzieren wie nie. Für 2012 rechnet Mercedes-Benz demnach mit mehr als 1,34 Millionen Fahrzeugen und peilt damit einen neuen Jahresbestwert an.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mehr Zulassungen Boom auf dem europäischen Automarkt

Neue Konjunkturdaten fallen derzeit regelmäßig schlecht aus. Nicht so in der Autobranche: Sie wächst in Europa nun den 13. Monat in Folge. In zwei Ländern besonders stark. Mehr

17.10.2014, 11:12 Uhr | Wirtschaft
Auftragseinbruch bei sächsischen Maschinenbauern

Vor dem Mauerfall und der politischen Wende lieferten sie Autos, Maschinen und Anlagen in die ehemalige Sowjetunion. Später wurden die Geschäftsbeziehungen wieder aufgenommen - der neue russische Markt zum Teil unter schwierigen Bedingungen erkämpft. Doch nun bestellen die russischen Partner zunehmend bei der Konkurrenz in China oder Japan. Mehr

09.10.2014, 12:07 Uhr | Wirtschaft
China VW muss eine halbe Million Autos zurückrufen

Eine chinesische Aufsichtsbehörde zwingt Europas größten Autobauer dazu, mehr als eine halbe Million Autos zurück in die Werkstatt zu holen. Grund ist angeblich ein Problem mit der Hinterachse. Mehr

17.10.2014, 10:48 Uhr | Wirtschaft
Zweiter Mers-Fall in den Vereinigten Staaten

Der Patient arbeitet in Saudi-Arabien im Gesundheitsbereich und war auf Verwandtenbesuch in den Vereinigten Staaten. In Saudi-Arabien sind seit Entdeckung des gefährlichen Virus mehr als 130 Menschen gestorben. Mehr

13.05.2014, 12:16 Uhr | Gesellschaft
Kämpferischer Betriebsrat Mitarbeiter legen hartes Sparprogramm für VW vor

In Wolfsburg stiehlt der Betriebsrat dem Vorstand die Show: Auf 400 Seiten haben die Mitarbeiter von VW selbst aufgeschrieben, wie die Probleme im Konzern gelöst werden könnten. So soll der Autohersteller fünf Milliarden Euro sparen. Mehr Von Johannes Ritter, Christian Müssgens

11.10.2014, 08:53 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 14.12.2012, 14:06 Uhr

Korruption in Spanien

Von Leo Wieland, Madrid

Die politische Klasse in Spanien hat sich schamlos bereichert. Die Parteien schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Der desillusionierte Bürger wendet sich ab. Mehr 1 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Gründer Die Mama hilft am meisten

Aus welchen Quellen finanzieren sich Gründer? Das Geld kommt nicht nur von der Bank oder der Bundesagentur für Arbeit. Die meiste Unterstützung bieten Freunde und Familie. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden