31.08.2006 · Das Institut für Weltwirtschaft hat seine Wachstumsprognose für 2006 nach oben korrigiert. Gleichzeitig senkten die Forscher ihre Erwartungen für 2007. Auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut erklärt seine letzte Prognose für nicht mehr zeitgemäß.
Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr erhöht. Wie die Kieler Wirtschaftsforscher am Donnerstag mitteilten, erwarten sie nach der starken konjunkturellen Entwicklung im ersten Halbjahr nunmehr eine Zunahme des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,4 Prozent gegenüber 2005.
Bislang war das IfW von einem Wachstum von 2,1 Prozent ausgegangen. „Die konjunkturelle Expansion in Deutschland hat in der ersten Hälfte dieses Jahres ein so hohes Tempo erreicht wie seit sechs Jahren nicht mehr“, schreiben die Forscher. Allerdings verwiesen sie darauf, daß der konjunkturelle Höhepunkt im laufenden dritten Jahresquartal erreicht sei.
Gleichzeitig korrigierte das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut im Gespräch mit FAZ.NET seine derzeitige Konjunkturprognose für 2006 von 1,6 auf über 2 Prozent. „Das Wachstum im laufenden Jahr wird die Marke von zwei Prozent überschreiten,“ sagte Alkis Otto, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Konjunkturabteilung des Instituts gegenüber FAZ.NET.
Prognose für 2007 verringert
Die Wirtschaftsforscher des Kieler IfW verringerten jedoch ihre Prognose für 2007 auf einen BIP-Zuwachs von 1,0 Prozent, nachdem sie das Wachstum zuletzt bei 1,2 Prozent gesehen hatten. Die Ökonomen betonten, daß die Konjunktur im kommenden Jahr durch die geplante Mehrwertsteuererhöhung sowie durch höhere Zinsen und eine schwächere Weltwirtschaft gedämpft würden.
Die Verlangsamung könnte allerdings moderater ausfallen, wenn die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung stärker gesenkt würden als bisher geplant, hieß es. Nach Auffassung des IfW läßt die gute Finanzlage der Bundesagentur für Arbeit eine Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung um einen weiteren vollen Prozentpunkt zu. Bislang plant die Bundesregierung eine Senkung um zwei Prozentpunkte auf 4,5 Prozent.
Subventionsabbau empfohlen
Außerdem empfehlen die IfW-Ökonomen einen stärkeren Subventionsabbau in Deutschland. „Daß die Bundesregierung das strukturelle Budgetdefizit zurückführt, ist grundsätzlich richtig“, so die Forscher. „Im Hinblick auf das Potentialwachstum wäre es jedoch besser gewesen, Finanzhilfen und Steuervergünstigungen drastisch zu reduzieren.“
| Name | Kurs | Prozent |
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| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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