24.11.2008 · Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im November den sechsten Monat in Folge eingetrübt. Der als wichtiger Frühindikator geltende Ifo-Geschäftsklimaindex sank stärker als erwartet. Nun erfasse der Abschwung auch den Arbeitsmarkt.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist so schlecht wie seit 15 Jahren nicht mehr. Wie das Münchener ifo Institut am Montag berichtete, sank der ifo-Geschäftsklimaindex im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise im November zum sechsten Mal in Folge von 90,2 Punkten im Vormonat auf nun 85,8 Punkte. Dies sei der niedrigste Stand des Konjunkturbarometers seit Februar 1993, sagte Klaus Abberger vom ifo Institut.
„Insgesamt hat sich der konjunkturelle Abschwung verschärft und wird nun auch den Arbeitsmarkt erfassen“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Mit der schlechteren Auftragslage wachse in vielen Unternehmen auch die Gefahr eines Stellenabbaus.
Der Rückgang fiel deutlicher aus als von vielen Volkswirten erwartet. Diese hatten im Durchschnitt nur mit einem Absinken auf 89,0 Punkte gerechnet. Der ifo-Index gilt als wichtigstes Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Er basiert auf der monatlichen Befragung von rund 7000 Unternehmen.
Die befragten Unternehmen beurteilten im November sowohl ihre momentane Geschäftslage als auch ihre Aussichten für das kommende halbe Jahr erheblich skeptischer. Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft.
Arbeitsplatzabbau zu Beginn des neuen Jahres
Besonders im verarbeitenden Gewerbe hat sich die Stimmung laut ifo Institut beträchtlich eingetrübt. „Die Unternehmen berichten von einer klar ungünstigeren Geschäftssituation im November.“ Auch die Aussichten für das wichtige Exportgeschäft würden deutlich düsterer gesehen. Viele Unternehmen rechneten daher mit einem Stellenabbau. Auch im Einzelhandel und im Großhandel verschlechterte sich die Stimmung.
„Es überwiegt bei den Firmen die Tendenz zum Personalabbau“, sagte Abberger. Die Lage sei zwar noch nicht dramatisch, da bei den meisten Unternehmen wegen der guten Auftragslage der vergangenen Monate viele Überstunden angefallen seien, die nun abgebaut werden könnten. Von Anfang nächsten Jahres an werde es in vielen Fällen aber eng. „Wir rechnen damit, dass wir zu Beginn nächsten Jahres die ungünstige Entwicklung am Arbeitsmarkt sehen werden.“ Die Investitionsstimmung in den Unternehmen sei wegen der schwachen Nachfrage gedämpft. Eine Rolle spiele hier auch die Finanzkrise, die Kredite verteuert habe. „Wir haben Hinweise darauf, dass die Unternehmen schwieriger an Kredite kommen. Eine Kreditklemme gibt es aber nicht.“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |