Home
http://www.faz.net/-gqe-748zd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Konjunktur hellt sich auf Sogar Chinas Wirtschaftsdaten gehorchen der Partei

Rechtzeitig zum Kongress der Kommunisten, die eine neue Führung bestimmen, gewinnt der Aufschwung in China an Fahrt - wenn man den offiziellen Zahlen trauen kann. Trotzdem muss die Führung dem Volk am Jahresende wohl das schwächste Wachstum seit 13 Jahren erklären.

© AFP Auffallend gutes Timing: Pünktlich zum Parteitag kommen gute Konjunkturdaten aus China.

Rechtzeitig zum Führungswechsel in China verbessern sich die wirtschaftlichen Aussichten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Wenn man den offiziellen Daten vom Freitag trauen kann, dann wuchs die Industrieproduktion im Oktober um 9,6 Prozent und damit so stark wie seit fünf Monaten nicht. Der Einzelhandelsumsatz kletterte um 14,5 Prozent, was ebenfalls die Erwartungen übertraf. Die Inflation sei weiter gesunken, die Investitionen in die Infrastruktur und der Export hätten sich deutlich beschleunigt.

Christian Geinitz Folgen:

Nach Ansicht von Bankfachleuten deutet deshalb viel darauf hin, dass die Abkühlung zu Ende ist. Im vierten Quartal werde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wieder steigen, nachdem es zuvor sieben Quartale hintereinander gefallen war, hieß es. Im dritten Quartal war es mit 7,4 Prozent so schwach wie seit der Finanzkrise nicht, für das vierte werden 7,7 Prozent erwartet.

Exportziel für das Gesamtjahr nicht erreichbar

Trotz der Verbesserung könnte der BIP-Anstieg für das Gesamtjahr der niedrigste seit 13 Jahren werden. Der Export, neben den Anlageninvestitionen der wichtigste Wachstumstreiber, habe im Oktober im Vorjahresvergleich um mehr 11 Prozent zugelegt, teilte die Regierung vorzeitig mit. Das war zwar deutlich mehr als erwartet, dennoch hält Wirtschaftsminister Chen Deming das Ziel für das Gesamtjahr von 10 Prozent für nicht erreichbar, wie er am Freitag auf dem Parteitag der Kommunisten in Peking sagte. Dort werden eine neue Parteispitze und die neue Staats- und Regierungsführung für die kommenden zehn Jahre bestimmt. Der Export macht fast ein Drittel des BIP aus und beschäftigt 200 Millionen Menschen.

Der Aufschwung geht nach Ansicht von Analysten auch auf die Konjunkturpolitik und die lockere Geldpolitik zurück. Letztere kann sich die Zentralbank leisten, denn die Inflation sinkt weiter. Nach 1,9 Prozent im September betrug der Preisauftrieb im Oktober nur 1,7 Prozent im Jahresvergleich. Das war der schwächste Wert seit fast drei Jahren. 2011 hatte er noch bis zu 6,5 Prozent erreicht.

Die Regierungsinvestitionen zur Stützung des Aufschwungs fließen vor allem in die Infrastruktur. Das schlägt sich im unerwartet starken Anstieg der Anlageninvestitionen nieder. In den ersten zehn Monaten nahmen sie um 20,7 Prozent zu, schneller als zuvor und als vorhergesagt. Die Investitionsausgaben der Zentralregierung stiegen in dieser Zeit den Zahlen zufolge um 5,1 Prozent, doppelt so stark wie in den ersten neun Monaten.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.net

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Weitere Nachrichten Damenmodehändler CBR bietet Aktien zu 14 bis 18 Euro an

Aktien von CBR können bis zum 1. Juli gezeichnet werden. Handy-Roaming-Aufschläge in der EU sollen nun doch ab 2017 entfallen. Die chinesische Industrie schrumpft den vierten Monat in Folge. Mehr

23.06.2015, 06:51 Uhr | Wirtschaft
Mit großer Mehrheit Christian Lindner als FDP-Parteichef wiedergewählt

FDP-Parteichef Christian Lindner ist mit großer Mehrheit als Bundesvorsitzender wiedergewählt worden. Auf dem Parteitag in Berlin bekam Lindner 92,4 Prozent der Stimmen. Mehr

16.05.2015, 11:25 Uhr | Politik
Nach jahrelanger Hausse Schwere Kursverluste an der chinesischen Börse

Die Kurse in Schanghai haben in zwei Wochen fast 20 Prozent verloren. Für die Regierung könnte ein Ende des Börsenbooms zum Problem werden – sie haben ihre Bürger zum Aktienkauf verführt. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

27.06.2015, 08:32 Uhr | Finanzen
China Lebensechte Sexpuppen finden regen Umsatz

Herr Liu ist Wanderarbeiter in Peking und sieht seine Frau nur am Wochenende. Für die Zeit dazwischen hat er ein Monatsgehalt für eine lebensechte Sexpuppe ausgegeben. Der 29-Jährige ist nicht allein damit: Inzwischen gibt es tausende Chinesen, die auf ihre Gefährtinnen aus Gummi schwören. Mehr

16.04.2015, 12:26 Uhr | Gesellschaft
CO2-Emissionen Chinas enttäuschendes Klima-Versprechen

China hat jetzt verspätet vor dem Klima-Gipfel Anfang Dezember seine Ziele zur Reduzierung der Emissionen vorgestellt. Greenpeace sieht kaum Fortschritte. Bisher waren die Klimaschützer Peking eher gewogen. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

01.07.2015, 07:29 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 09.11.2012, 13:22 Uhr

Maut-Schaden

Von Manfred Schäfers

Die Freude des Verkehrsministers über das Maut-Gesetz währte nur kurz. Tatsächlich rollt nun das Geld, dummerweise in die falsche Richtung: aus dem Verkehrsetat, statt hinein. Mehr 31 22


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Der Zuckerkonsum wächst

Die Weltbevölkerung wird in den kommenden Jahren mehr Zucker konsumieren. Vor allem in Entwicklungsländern wird ein starkes Wachstum erwartet. Mehr 2