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Konjunktur hellt sich auf Sogar Chinas Wirtschaftsdaten gehorchen der Partei

Rechtzeitig zum Kongress der Kommunisten, die eine neue Führung bestimmen, gewinnt der Aufschwung in China an Fahrt - wenn man den offiziellen Zahlen trauen kann. Trotzdem muss die Führung dem Volk am Jahresende wohl das schwächste Wachstum seit 13 Jahren erklären.

© AFP Auffallend gutes Timing: Pünktlich zum Parteitag kommen gute Konjunkturdaten aus China.

Rechtzeitig zum Führungswechsel in China verbessern sich die wirtschaftlichen Aussichten in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Wenn man den offiziellen Daten vom Freitag trauen kann, dann wuchs die Industrieproduktion im Oktober um 9,6 Prozent und damit so stark wie seit fünf Monaten nicht. Der Einzelhandelsumsatz kletterte um 14,5 Prozent, was ebenfalls die Erwartungen übertraf. Die Inflation sei weiter gesunken, die Investitionen in die Infrastruktur und der Export hätten sich deutlich beschleunigt.

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Nach Ansicht von Bankfachleuten deutet deshalb viel darauf hin, dass die Abkühlung zu Ende ist. Im vierten Quartal werde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wieder steigen, nachdem es zuvor sieben Quartale hintereinander gefallen war, hieß es. Im dritten Quartal war es mit 7,4 Prozent so schwach wie seit der Finanzkrise nicht, für das vierte werden 7,7 Prozent erwartet.

Exportziel für das Gesamtjahr nicht erreichbar

Trotz der Verbesserung könnte der BIP-Anstieg für das Gesamtjahr der niedrigste seit 13 Jahren werden. Der Export, neben den Anlageninvestitionen der wichtigste Wachstumstreiber, habe im Oktober im Vorjahresvergleich um mehr 11 Prozent zugelegt, teilte die Regierung vorzeitig mit. Das war zwar deutlich mehr als erwartet, dennoch hält Wirtschaftsminister Chen Deming das Ziel für das Gesamtjahr von 10 Prozent für nicht erreichbar, wie er am Freitag auf dem Parteitag der Kommunisten in Peking sagte. Dort werden eine neue Parteispitze und die neue Staats- und Regierungsführung für die kommenden zehn Jahre bestimmt. Der Export macht fast ein Drittel des BIP aus und beschäftigt 200 Millionen Menschen.

Der Aufschwung geht nach Ansicht von Analysten auch auf die Konjunkturpolitik und die lockere Geldpolitik zurück. Letztere kann sich die Zentralbank leisten, denn die Inflation sinkt weiter. Nach 1,9 Prozent im September betrug der Preisauftrieb im Oktober nur 1,7 Prozent im Jahresvergleich. Das war der schwächste Wert seit fast drei Jahren. 2011 hatte er noch bis zu 6,5 Prozent erreicht.

Die Regierungsinvestitionen zur Stützung des Aufschwungs fließen vor allem in die Infrastruktur. Das schlägt sich im unerwartet starken Anstieg der Anlageninvestitionen nieder. In den ersten zehn Monaten nahmen sie um 20,7 Prozent zu, schneller als zuvor und als vorhergesagt. Die Investitionsausgaben der Zentralregierung stiegen in dieser Zeit den Zahlen zufolge um 5,1 Prozent, doppelt so stark wie in den ersten neun Monaten.

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Quelle: FAZ.net

 
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