15.10.2008 · Bundeswirtschaftsminister Glos erwartet für das Jahr 2009 nur noch ein sehr kleines Wirtschaftswachstum. Er wird seine Prognose von bislang 1,2 Prozent auf 0,2 Prozent herunterkorrigieren, wie die F.A.Z. erfahren hat. Damit schließt er sich dem aktuellen Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute an.
Bundeswirtschaftsminister Glos (CSU) erwartet für das Jahr 2009 nur noch ein sehr kleines Wirtschaftswachstum. Er wird seine Prognose von bislang 1,2 Prozent auf 0,2 Prozent herunterkorrigieren, wie die F.A.Z. erfahren hat. Zuvor hatte bereits Finanzminister Peer Steinbrück gesagt, die Regierung werde „die Wachstumsprognose für nächstes Jahr nahe einer schwarzen Null setzen“. Glos wird die neue Wachstumsschätzung am Donnerstag offiziell vorstellen.
Mit der neuen Prognose schließt er sich den Wirtschaftsforschungsinstituten an, die in ihrem Herbstgutachten ebenfalls von einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent im Jahr 2009 ausgehen (siehe auch: Herbstgutachten: Deutschland am Rande einer Rezession).
In ihrem so genannten Basisszenario für 2009 unterstellen die Forscher, dass sich die Produktion nach dem Jahreswechsel langsam wieder belebt, der Ölpreis von jetzt rund 80 wieder auf 100 Dollar je Barrel steigt und die Arbeitslosenquote sich mit 7,5 Prozent kaum verändert. In diesem Fall werde die deutsche Wirtschaft dennoch mit 0,2 Prozent kaum noch wachsen, glauben die Fachleute. Im Gegensatz zu den Forschungsinstituten hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) für Deutschland 2009 ein Nullwachstum vorhergesagt.
Allerdings haben die Institute auch ein so genanntes Risikoszenario entworfen, in dem sie ein noch dunkleres Bild von der künftigen Wirtschaftsentwicklung zeichnen. Darin gehen die Wissenschaftler von gravierenden Folgen der Finanzkrise für die Gesamtwirtschaft aus. Die Forscher erwarten in diesem Fall eine Schrumpfung des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent. „Damit geriete Deutschland in eine ausgeprägte Rezession, wie sie zum Beispiel nach den Ölpreisschocks in den siebziger Jahren und zu Beginn der achtziger Jahre zu beobachten war.“
Die Wirtschaftsforschungsinstitute halten aber ihr optimistischeres Szenario, dem sich nun offenbar auch der Bundeswirtschaftsminister anschließen wird, nach wie vor für wahrscheinlicher.
Der amtliche Ausblick der Regierung ist eine Richtlinie für die Steuerschätzer. Weil die Faustregel besagt, dass ein Prozent Wachstum dem Bund Steuermehreinnahmen von fünf Milliarden Euro bringt, ermöglicht der Verzicht auf eine Rezessions-Prognose der Regierung faktisch einen höheren Ausgabenrahmen für den Etat des kommenden Jahres.
Erschreckend wie ein einziger Wirtschaftsbereich die Weltwirtschaft so in Gefahr
Hans-Werner Bender (DRHWB)
- 15.10.2008, 18:06 Uhr
Immer diese Verniedlichungen
kristian kroflin (kroflin)
- 15.10.2008, 18:26 Uhr
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