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Konjunktur Finanzmarktkrise lastet weiter auf Konjunkturerwartungen

18.09.2007 ·  Die Bankenkrise hat Finanzfachleuten die Stimmung verhagelt: Das Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung ist im September gehörig abgestürzt. Experten vom RWI in Essen sehen nicht ganz so schwarz.

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Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland haben sich im September aufgrund der anhaltenden Krise an den weltweiten Finanzmärkten weiter eingetrübt.

Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim mitteilte, fiel der entsprechende Index von minus 6,9 Zählern im August auf nunmehr minus 18,1 Punkte. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich einen Rückgang auf minus 17,0 Punkte erwartet. Seit seinem Hoch im Mai bei 24,0 Zählern verzeichnete der Index damit den vierten Rückgang in Folge.

Gefahr für deutsche Konjunktur nicht ausgeschlossen

Der abermalige deutliche Rückgang des ZEW-Indikators zeige, dass die befragten Experten ein Übergreifen der amerikanischen Hypothekenkrise auf die deutsche Konjunktur nicht für ausgeschlossen halten. Vor allem die Erwartung eines Wachstumseinbruchs in den Vereinigten Staaten dürfte die Exportaussichten deutscher Unternehmen mindern, so das ZEW. Zudem werde der Abwertungstrend des Dollars zum Euro mit Sorge betrachtet. Innerhalb der deutschen Branchen werden sich den Experten zufolge Banken, Versicherungen und das Baugewerbe schwächer als bisher entwickeln. Den Konsum stuften sie dagegen weitgehend als robust ein.

Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Für ihn werden regelmäßig rund 300 Analysten und institutionelle Anleger befragt.

RWI: Der Aufschwung setzt sich noch etwas fort

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) hat seine Wachstumsprognose für Deutschland für das laufende Jahr unterdessen bekräftigt. Danach rechnen die Forscher weiter mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 2,5 Prozent, wie das Institut am Dienstag in Essen mitteilte. Für 2008 nahmen die Experten ihre Schätzung allerdings leicht von 2,6 auf 2,3 Prozent zurück. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,9 Prozent gewachsen.

Bis zur Jahresmitte deute alles darauf hin, dass sich der Aufschwung in Deutschland kräftig fortsetzen würde, heißt es. Insgesamt scheint der Aufschwung seinen Höhepunkt allerdings um die Jahreswende 2006/2007 erreicht zu haben. Durch die Hypothekenkrise in den Vereinigte Staaten hätten sich die Erwartungen aber deutlich eingetrübt. Gleichwohl geht das RWI davon aus, dass die Krise beherrscht werden kann und sich nicht zu einer allgemeinen Finanzkrise ausweitet.

Auch am Arbeitsmarkt erwartet das RWI eine Fortsetzung der guten Entwicklung. So soll sich die Zahl der Arbeitslosen von durchschnittlich 3,8 Millionen in diesem auf 3,49 Millionen im kommenden Jahr reduzieren. Die Arbeitslosenquote sinke damit von durchschnittlich 8,7 Prozent auf 8,0 Prozent im kommenden Jahr. Zudem erwartet das RWI für das laufende Jahr einen ausgeglichenen Staatshaushalt und für 2008 ein Plus von 0,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

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Von Holger Steltzner

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