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Konjunktur Finanzmärkte unerwartet optimistisch

19.07.2005 ·  Die Hoffnung auf eine anhaltende konjunkturelle Erholung in Deutschland wächst. Das Konjunkturbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung ist im Juli zum Vormonat deutlich um 17,5 auf 37,0 Punkte gestiegen.

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Die Finanzmärkte beurteilen einer Umfrage zufolge die Aussichten für die deutsche Konjunktur deutlich optimistischer als zuletzt. Als Gründe wurden die solide weltweite Konjunkturentwicklung und der gestiegene Auftragseingang in Deutschland genannt.

Das am Dienstag veröffentlichte Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg im Juli überraschend um 17,5 Zähler auf 37 Punkte und erreichte mit diesem stärksten Anstieg seit zwei Jahren den höchsten Stand seit September 2004. „Ob dies tatsächlich eine tragfähige Korrektur der Erwartungen nach oben bedeutet, wird sich noch zeigen müssen", mahnte ZEW-Chef Wolfgang Franz zur Vorsicht. Hemmschuh für die Konjunkturerholung bleibe die schwache Binnennachfrage. Das ZEW-Barometer liegt allerdings nun wieder über seinem Durchschnitt von 34,2 Zählern. Analysten sehen die deutsche Wirtschaft nach der Schwäche im Frühjahr wieder auf einen moderaten Wachstumskurs zurückkehren.

Weitere Reformen unerläßlich

Volkswirte hatten nur mit einem Anstieg des Saldos der Konjunkturerwartungen der rund 300 vom ZEW befragten Analysten und Anleger auf 22 Punkte von 19,5 Zählern im Juni gerechnet. Die aktuelle Wirtschaftslage bewerteten die Experten aber weiter ungünstig, der entsprechende Indikator kletterte nur auf minus 66,7 von minus 70,0 Punkten. Wie die Bundesbank erwarten die meisten Ökonomen für das zweite Vierteljahr eine Stagnation der Wirtschaftsleistung.

Am Rentenmarkt weiteten Anleihen und Zinsfutures nach den ZEW-Daten ihre Verluste aus. Der richtungweisende Bund-Future fiel in einer ersten Reaktion auf ein Tagestief von 121,77 Punkten. Der Euribor-Future für Dezember, der kurzfristige Zinserwartungen in der Euro-Zone widerspiegelt, fiel auf ein Handelstief von 97,845 Punkten und näherte sich seinem Sieben-Monats-Tief aus der vergangenen Woche.

„Für das dritte Quartal sieht es freundlicher aus“

Das ZEW sah in der trotz des hohen Ölpreises weiter soliden weltweiten Konjunkturentwicklung den Hauptgrund für den starken Anstieg des Konjunkturbarometers. Nur wenn die Reformen bei Unternehmenssteuern, der sozialen Sicherung und am Arbeitsmarkt beherzt weitergeführt würden, werde aber der Weg zu einer durchgreifenden Konjunkturerholung frei, sagte ZEW-Chef Franz.

Banken-Volkswirte machten neben dem schwächeren Euro, der sich seit seinem Rekordstand von fast 1,37 Dollar auf unter 1,20 Dollar abgeschwächt hat, die Höchststände der Aktien und die Aussicht auf Neuwahlen als Grund für die gewachsene Zuversicht aus. „Das zweite Quartal ist abgehakt und für das dritte Quartal sieht es jetzt wieder freundlicher aus", sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Dank des niedrigeren Euro-Kurses dürfte der Export bald wieder neuen Wachstumsschub liefern.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, dpa
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