Die Exportnation Japan hat im vergangenen Jahr 2012 das größte Handelsdefizit ihrer Geschichte eingefahren. Die Importe übertrafen die Ausfuhren um 6,93 Billionen Yen (rund 58 Milliarden Euro), teilte das Finanzministerium in Tokio mit. 2011 hatte es das erste Defizit seit dem Jahr 1980 gegeben. Das lag an den Produktionsausfällen nach den Verwüstungen durch den Tsunami sowie an den steigenden Importen von Öl und Kohle wegen der Abschaltung der Atomkraftwerke.
Diesmal sorgten schwache Exporte für das Minus. Sie fielen allein im Dezember um 5,8 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet. Die Importe legten dagegen um 1,9 Prozent zu. Ökonomen gehen davon aus, dass das Defizit in diesem Jahr auf 5,6 Billionen Yen schmelzen wird.
Hoffnung auf schwächeren Yen
Auftrieb könnten die Exporteure vom fallenden Yen bekommen, der Waren beispielsweise von Toyota und Sony im Ausland billiger macht. Dessen Kurs ist seit November um elf Prozent zum Dollar und sogar um 15 Prozent zum Euro gefallen, weil die Notenbank unter dem Einfluss der neuen Regierung des Ministerpräsidenten Abe mehr Geld „drucken“ will.
„Da sich die Vereinigten Staaten und China erholen und der Yen-Kurs fällt, dürfte die Handelsbilanz am Ende dieses Jahres wieder einen Überschuss aufweisen“, sagte der Chefvolkswirt des Forschungsinstituts Naroinchukin, Takeshi Minami.
