04.01.2005 · Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in diesem Jahr beschleunigte Fahrt aufnehmen. Der Export bleibt Stütze der Konjunktur.
Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in diesem Jahr beschleunigte Fahrt aufnehmen und im Jahresdurchschnitt um 1,8 Prozent wachsen. Die 2005 um 5,7 Prozent zunehmende Ausfuhr werde die Konjunktur weiter stützen; die Binnenwirtschaft werde allmählich an Kraft gewinnen, erklärte das DIW in seinem am Dienstag veröffentlichten Konjunkturbericht.
„Die Voraussetzungen für ein Einschwenken auf einen stetigen, wenn auch flachen Aufschwungpfad sind in diesem Jahr günstig.“ Mit einer deutlichen Entspannung auf dem Arbeitsmarkt sei indes 2005 noch nicht zu rechnen, "weil der Aufschwung keine zusätzliche Dynamik entwickeln wird". Erst 2006 werde es zu einem beschleunigten Beschäftigungsaufbau kommen, der die Zahl der Erwerbslosen zum Jahresende merklich unter die 4-Millionen-Marke drücken werde.
Zinssenkung gefordert
Die Europäische Zentralbank (EZB) solle mit einer Zinssenkung auf die Aufwertung des Euro reagieren, die Bundesregierung solle auf ein weiteres Sparprogramm verzichten, "da es Gift für die Konjunktur wäre und die Finanzpolitik ohnehin restriktiv ausgerichtet ist", mahnen die Wissenschaftler. Das Haushaltsdefizit werde sich 2005 auf 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und 2006 weiter auf 2,5 Prozent des BIP verringern. In bezug auf weitere Steuerentlastungen solle sich die Politik "nicht unter Zugzwang setzen", mahnt das Institut. Wichtiger sei es, durch den Abbau von Steuervergünstigungen und die Bekämpfung von Steuerbetrug "finanzpolitische Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen".
DIW optimistischer als der Rest
Mit seiner Prognose von 1,8 Prozent Wachstum ist das DIW deutlich optimistischer als die anderen fünf führenden Forschungsinstitute, die für 2005 nur ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zwischen 0,8 und 1,3 Prozent voraussagen. Die Bundesregierung rechnet mit 1,7 Prozent. Die divergierenden Zahlen resultieren unter anderem aus den unterschiedlichen Annahmen über die Entwicklung des Euro-Kurses und des Ölpreises. Das DIW unterstellt einen Wechselkurs von gut 1,30 Dollar je Euro und einen Rückgang des Ölpreises auf etwa 33 Dollar je Barrel. Ein dauerhaft hoher Ölpreis von 50 Dollar je Barrel und ein Kurs von 1,50 Dollar je Euro würde die Wachstumsrate um fast einen Prozentpunkt senken.
Auch das Handwerk blickt zuversichtlicher in das neue Jahr. "Es mehren sich die Signale, daß ein Konjunkturfunke die Inlandsnachfrage belebt. Die Unternehmensinvestitionen ziehen an, der private Konsum ist zumindest zum Weihnachtsgeschäft gestiegen", erklärte der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, am Dienstag in Berlin.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |