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Konjunktur DIHK: Außenhandel wird weitere Rekordmarken erreichen

29.09.2005 ·  Der deutsche Export wird nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages auch 2006 zulegen, wegen der hohen Ölpreise und aufgrund eines geringeren Wachstums der Weltwirtschaft aber an Dynamik einbüßen.

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„Der deutsche Außenhandel wird in diesem und im nächsten Jahr weitere Rekordmarken erreichen“, prognostizierte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag auf Basis einer Umfrage unter 117 Auslandshandelskammern (AHKs) am Donnerstag in Berlin.

Die Exportdynamik aber lasse etwas nach: „Die Zuwachsrate der Exporte wird im nächsten Jahr bei gut sechs Prozent liegen nach sieben Prozent in diesem Jahr.“ Das liege minimal über dem Wachstum des Welthandels und beinhaltet daher eine weiter steigende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exporteure. Dazu müsse eine neue Regierung mit weiteren Reformen ihren Beitrag leisten. Die Importe würden getrieben von den hohen Rohstoffpreisen in diesem Jahr um nominal 7,5 Prozent und 2006 um sechs Prozent zunehmen.

Langsameres Weltwirtschaftswachstum bremst die Exportdynamik

Der DIHK geht in seinen Schätzungen nach den Worten von Chefvolkswirt Axel Nitschke von einem bis Ende 2006 relativ stabilen Euro-Kurs zwischen 1,20 bis 1,25 Dollar aus. Beim Ölpreis gebe es „eher Luft nach unten“. Mit Sorge sehe der DIHK aber den jüngsten Anstieg der deutschen Inflation auf 2,5 Prozent. Komme es - was derzeit aber nicht sichtbar sei - zu Zweitrundeneffekten wie starken Lohnsteigerungen und einer Mehrwertsteuererhöhung, könne das die Inflation weiter nach oben treiben und die Europäische Zentralbank zu einer Leitzinserhöhung veranlassen.

Grund für die etwas geringere Exportdynamik im kommenden Jahr sei eine leichte Wachstumsverlangsamung der Weltwirtschaft auf 4,1 Prozent nach 4,3 Prozent in diesem Jahr. Dies wiederum sei vor allem Folge der hohen Ölpreise. Der Welthandel sollte um 6,5 Prozent in diesem und sechs Prozent in 2006 wachsen.

Trend zur Produktionsverlagerung bleibt bestehen

Voraussetzung für die vorausgesagte Entwicklung des deutschen Außenhandels seien weitere Fortschritte in Sachen Wettbewerbsfähigkeit und Kostenentlastungen für Unternehmen. Mit Blick auf die sich anbahnende große Koalition von Union und SPD appellierte Nitschke an die Beteiligten, diesen Aspekten besonders Rechnung zu tragen. Das gelte um so mehr, als der Trend zu Produktionsverlagerungen ins billigere Ausland anhalte. Protektionistische Tendenzen müßten abgewehrt werden.

Für die deutsche Handelsbilanz bedeuten die DIHK-Prognosen im kommenden Jahr einen neuen Rekordüberschuß von über 170 nach über 160 Milliarden Euro 2005. In absoluten Zahlen käme ein Exportvolumen von 830 Milliarden Euro im kommenden Jahr und ein Importvolumen von 660 Milliarden Euro zustande.

Neue EU-Länder wichtigerer Absatzmarkt als die Vereinigten Staaten

Drei Viertel der deutschen Ausfuhren gehen in das europäische Ausland, der Anteils Asiens lag 2004 bei knapp zehn Prozent, der Anteil der Vereinigten Staaten bei 8,9 Prozent.

Angesichts eines rasanten Wachstums werden die zehn neuen EU-Länder laut DIHK inzwischen zu einem wichtigeren Absatzmarkt für deutsche Produkte als die Vereinigten Staaten. China werde sich bis 2010 von Rang zehn auf Rang acht der wichtigsten Auslandsmärkte für deutsche Firmen verbessern. Als Importland werde China schon im nächsten Jahr die Nummer drei, bis Ende des Jahrzehnts werde China Frankreich von der Spitzenposition verdrängen. Die Importe aus Rußland, Deutschlands größtem Öl- und Gaslieferanten, haben im ersten Halbjahr 2005 angesichts steigender Rohstoffpreise um fast die Hälfte zugenommen.

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