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Konjunktur Die wirtschaftliche Lage im Mittelstand ist gut

04.04.2006 ·  Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland haben sich vom Stimmungshoch anstecken lassen. Doch die DZ Bank warnt vor übertriebener Begeisterung. Die Bauwirtschaft könnte die Talsohle erreicht haben.

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Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland haben sich vom allgemeinen Stimmungshoch anstecken lassen. Die Unternehmen beurteilten in der Mittelstandsumfrage der DZ Bank deutlich besser als noch im Herbst. 73 Prozent der befragten 1500 Unternehmen schätzten die Geschäftslage als gut oder sehr gut ein - so viele wie noch nie in der seit 1995 halbjährlich durchgeführten Umfrage. Auch die Erwartungen der Mittelständler für die Entwicklung in den kommenden sechs Monaten haben sich deutlich verbessert. Mit 43 Prozent liegt der Anteil der positiven Stimmen aber nicht höher als beispielsweise im Frühjahr 2004. Die Verbesserung des Konjunkturklimas könne nicht auf überbordende Erwartungen zurückgeführt werden, sagte Hans Jäckel, Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der DZBank, bei der Vorstellung der Ergebnisse in Frankfurt. Dies lasse hoffen, daß es sich nicht bloß um eine Erwartungsblase handele.

Die DZ Bank sieht in den guten Umfrageergebnissen keinen Grund, ihre Wachstumsprognose für Deutschland zu ändern. Sie erwartet für dieses Jahr ein Wachstum von 1,4 Prozent, das sich 2007 auf 1 Prozent abschwächen werde. Nach Jäckels Angaben werden in den Klimaumfragen nur die Erwartungen für die kommenden sechs Monate abgefragt. Die von nahezu allen Volkswirten erwartete wirtschaftliche Abschwächung im kommenden Jahr sei in den Umfragen noch nicht enthalten. Volkswirte prognostizieren für 2007 eine Abschwächung, weil dann mögliche positive Impulse durch die Fußball-Weltmeisterschaft entfallen und weil die Verbrauchsausgaben fehlen werden, die in diesem Jahr vor der Mehrwertsteuererhöhung wohl vorgezogen werden.

Verdient die Konjunktur den Namen „Aufschwung“?

Jäckel warnte, bisher sei nicht zu erkennen, daß sich an der entscheidenden Schwachstelle der deutschen Wirtschaft - dem schlechten Konsum als Folge moderat wachsender Einkommen und einer hohen Sparquote - etwas Entscheidendes ändere. Damit die konjunkturelle Dynamik die Bezeichnung "Aufschwung" verdiene, müßten die Unternehmen ihre Planungen bezüglich Investitionen und Beschäftigung auch verwirklichen, sagte Jäckel. Nach der Mittelstandsumfrage hat sich der Anteil der Unternehmen, die Investitionen vorhaben oder ihr Investitionsvolumen ausweiten wollen, in diesem Frühjahr deutlich von 66 auf auf 72 Prozent erhöht. Ähnlich hoch lagen die Investitionsabsichten der Mittelständler 2004, als die Wirtschaft um 1,6 Prozent wuchs. Auch die Beschäftigungserwartungen haben sich seit dem Herbst deutlich verbessert. Jäckel sagte, vor allem der Anteil derjenigen Unternehmen sei auf 13 Prozent gefallen, die kein Personal mehr abbauen wollten. 19 Prozent der Unternehmen wollten in den kommenden sechs Monaten Personal aufbauen, was nicht außergewöhnlich hoch sei.

Aus der Umfrage geht hervor, daß die Verbesserung des Konjunkturklimas im Mittelstand vor allem vom Bau getragen wird. Vor allem in diesem Wirtschaftsbereich haben sich die Urteile zur Lage und Entwicklung sowie die Investitions- und Beschäftigungspläne verbessert. "In diesem Jahr sage ich mit mehr Zuversicht als in den vergangenen fünf Jahren, daß die Bauwirtschaft die Talsohle erreicht hat."

Quelle: pwe. / F.A.Z., 05.04.2006, Nr. 81 / Seite 13
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