24.12.2004 · Ökonomen in- und ausländischer Banken rechnen auch für das kommende Jahr mit einer überdurchschnittlich wachsenden Weltwirtschaft.
Der Weltwirtschaft steht wahrscheinlich ein weiteres Jahr überdurchschnittlichen Wachstums bevor. Zwar dürfte sich die konjunkturelle Dynamik gegenüber dem außerordentlich starken Jahr 2004 verringern.
Mit knapp 4 Prozent sollte das Wirtschaftswachstum aber immer noch leicht über dem historischen Durchschnitt liegen, lautet die Konsensprognose der Ökonomen in- und ausländischer Banken. In dem jetzt zu Ende gehenden Jahr ist die Weltwirtschaft den Schätzungen zufolge um 4,8 Prozent gewachsen. Das wäre die höchste Expansionsrate seit 20 Jahren.
Wachstumsraten in der Bandbreite von 4 bis 8 Prozent
Zu diesem Boom hat allerdings Deutschland relativ wenig beigesteuert. Und das dürfte auch im neuen Jahr der Fall sein. Gerade erst in dieser Woche haben das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) und das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) prognostiziert, daß die deutsche Wirtschaft im nächsten Jahr um real 1,2 Prozent beziehungsweise 0,9 Prozent wachsen werde. Dies würde sich mit geschätzten 1,7 Prozent in diesem Jahr vergleichen.
Die Impulse für die Weltwirtschaft werden im neuen Jahr einmal mehr von den Vereinigten Staaten und den asiatischen Schwellenländern, allen voran die Volksrepublik China und Indien, ausgehen, wo mit realen Wachstumsraten in der Bandbreite von 4 bis 8 Prozent zu rechnen ist. Demgegenüber sollten der Euro-Raum und Japan wegen einer geringeren Exportdynamik mit Steigerungsraten von jeweils weniger als 2 Prozent deutlich hinterherhinken.
Unkontrollierter Kursrückgang könnte zu Turbulenzen führen
Wachstumsspitzenreiter wird einmal mehr China sein, dessen Bruttoinlandsprodukt - in Dollar gerechnet - inzwischen fast mit dem Frankreichs vergleichbar ist. Um eine Überhitzung der chinesischen Wirtschaft zu vermeiden, hat der Staat in diesem Jahr die Kreditvergabe der Banken gezielt gebremst, was das Wachstum der Anlageinvestitionen zuletzt deutlich verringerte. Gleichwohl trauen Konjunkturexperten der chinesischen Wirtschaft auch im Jahr 2005 ein Wachstum von 8 Prozent zu, was sich mit geschätzten 9 Prozent in diesem und nahezu 10 Prozent im vorangegangenen Jahr vergliche.
Gestiegen ist der Konjunkturoptimismus zuletzt auch wieder in den Vereinigten Staaten. Dort bleibt der Beschäftigungsaufbau zwar weiterhin hinter den Erwartungen zurück, und im neuen Jahr wird es auch keine fiskalischen Impulse mehr geben. Das Wachstum des Konsums verstetigt sich aber wieder, die Investitionen dürften weiter anziehen, und infolge der Dollarabwertung ist mit einem verbesserten Außenbeitrag zu rechnen. In der Summe dürfte das Wachstum wieder in die Nähe von 4 Prozent kommen.
In einer weiteren Dollarabwertung steckt nach Meinung von Fachleuten das größte Risiko für diesen freundlichen Ausblick. Ein unkontrollierter Kursrückgang könnte zu Turbulenzen an den Zinsmärkten und einem Verfall der amerikanischen Vermögenspreise führen. Das könnte eine Rezession zur Folge haben, warnen beispielsweise die Ökonomen der Deutschen Bank. Am Freitag stieg der Euro auf ein neues Rekordhoch von 1,3484 Dollar. Gegenüber dem Rekordtief vom Oktober 2000 in Höhe von 0,8230 Dollar errechnet sich damit eine Aufwertung von 64 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,79 | −0,89% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2448 | −0,32% |
| Rohöl Brent Crude | 105,77 $ | −1,01% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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