08.05.2009 · Die Erzeugung im produzierenden Gewerbe hat sich im März stabilisiert. Dass sich die konjunkturelle Talfahrt verlangsamen könnte, legt auch der F.A.Z.-Indikator nahe. Eine konjunkturelle Wende zeigt der Indikator aber noch nicht an.
Die Rezession in Deutschland scheint schwächer zu werden. So ist die Erzeugung im produzierenden Gewerbe im März preis- und saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat konstant geblieben, obwohl Volkswirte mit einem weiteren Rückgang gerechnet hatten. Im gesamten ersten Quartal sank die Produktion allerdings um 12 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mit. Die Abwärtsdynamik habe sich aber deutlich abgeschwächt. Dass die Produktion im März gegenüber Februar nicht weiter zurückgegangen ist, scheint vor allem an der Abwrackprämie zu liegen: Die Produktion von Kraftwagen und Kraftwagenteilen schnellte um 15 Prozent nach oben. Deutlich zugelegt hat mit 7,6 Prozent auch die Produktion im Bauhauptgewerbe. Das Wirtschaftsministerium vermutet dahinter Nachholeffekte nach dem strengen Winter.
Dass sich die konjunkturelle Talfahrt verlangsamen könnte, legt auch der F.A.Z.-Indikator nahe, den das Institut für Weltwirtschaft in Kiel für die F.A.Z. berechnet. Er ist im März deutlich langsamer zurückgegangen als in den Vormonaten: Um 0,7 Prozent sank er auf den Wert von 85,3. Damit lag er aber immer noch um 24,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahrs. Mehrere Kennziffern trugen zu der Verlangsamung des Rückgangs bei. Der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe ist gestiegen; allerdings ist der Trend, der für die Berechnung des Indikators entscheidend ist, immer noch abwärts gerichtet.
Abwärtstrend verlansamt
Die Stimmung hat sich etwas aufgehellt: Die Aktienkurse sind gestiegen, und das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe blieb stabil. Auch die Verbesserung der monetären Bedingungen hat den Indikator positiv beeinflusst. So ist die Zinsdifferenz, der Abstand zwischen Kapitalmarktzinsen und Geldmarktzinsen, deutlich gestiegen. Alles in allem deutet die Entwicklung des Indikators darauf hin, dass sich der Abwärtstrend der Produktion verlangsamt. Eine konjunkturelle Wende zeigt er allerdings noch nicht an.
Leicht positive Signale kamen am Freitag auch vom deutschen Außenhandel. Zur Überraschung vieler Fachleute stieg die Ausfuhr im März gegenüber Februar um 0,7 Prozent; in den fünf Monaten zuvor war der Export zurückgegangen. Die Einfuhr stieg ebenfalls leicht um 0,8 Prozent. Auch in der Zeitarbeit verlangsamte sich die Abwärtsentwicklung. So ist nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft die Zahl der Beschäftigten in dieser Branche im März gegenüber Februar nur noch um knapp 5 Prozent auf 520 000 gesunken. In den ersten Monaten des Jahres lag der Rückgang noch im zweistelligen Prozentbereich.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |