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Konjunktur Die Kauflaune steigt

26.10.2006 ·  Die Konsumenten in Deutschland versuchen, den Preissteigerungen durch die Mehrwertsteuererhöhung in zwei Monaten zuvorzukommen. Die Bereitschaft zum Kauf langlebiger Güter steigt auf einen Rekordwert.

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Zwei Monate vor der Erhöhung der Mehrwertsteuer steigt bei den Deutschen die Kauflaune. Der monatlich von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte Konsumklimaindikator stieg für November auf 9,2 von revidiert 8,9 Punkten, wie die Nürnberger Marktforschungsgruppe am Donnerstag mitteilte.

Hinter dem Anstieg stehe das rationale Kalkül der Verbraucher, der Preiserhöhung zum Jahreswechsel zuvorzukommen. Die von der GfK erfragte Bereitschaft zum Kauf langlebiger Güter wie Autos oder Möbel stieg auf einen neuen Rekordwert. Aber auch die Einkommenserwartungen der Menschen verbesserten sich wieder, wozu die Entspannung am Arbeitsmarkt beiträgt. Ihre Konjunkturerwartungen für 2007 gaben leicht nach.

Eine Delle, kein Einbruch

Trotz der Mehrwertsteuererhöhung auf 19 von 16 Prozent rechnet GfK-Experte Rolf Bürkl nicht mit einem Konsumeinbruch zu Beginn des nächsten Jahres: „Ich würde eher von einer Delle sprechen.“ Wie stark und lang anhaltend sie sein werde, hänge in erster Linie davon ab, ob sich die positive Entwicklung des Arbeitsmarktes fortsetze. „Wenn wir den Schwung mitnehmen können im nächsten Jahr, dann wird die Delle eher gering ausfallen.“

Auch Banken-Volkswirte erwarten keinen Konsumeinbruch. „Die Konsumenten werden von der Mehrwertsteuererhöhung nicht K.o. geschlagen“, sagte Alexander Koch von der HVB-Group. Neben der steigenden Beschäftigung sollten auch sinkende Energiekosten die Kauflaune heben. „Wir werden 2007 keinen Kaufrausch sehen, aber einen leichten Aufwärtstrend“, sagte Koch.

Starkes Weihnachtsgeschäft erwartet

Dank Vorzieheffekten rechnen die Experten mit einem starken Weihnachtsgeschäft. „Im Schlußquartal werden wir ein kräftiges Anziehen des privaten Konsums sehen, das Weihnachtsgeschäft wird sehr stark“, betonte Sebastian Wanke von der DekaBank. „Ein so hoher Wert spricht dafür, daß wir das im vierten Quartal in den Einzelhandelsumsätzen und im privaten Verbrauch sehen werden“, sagte auch Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim zu der hohen Anschaffungsneigung.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten mit einem zum Vormonat unveränderten GfK-Indikator gerechnet. Die sogenannte Anschaffungsneigung stieg in der Umfrage um gut zwei Punkte auf 64,4 Zähler. Zum Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um knapp 75 Punkte.

Die Einkommenserwartungen legten um neun auf 0,2 Punkte zu, sie liegen damit fast auf dem langjährigen Mittelwert von null Zählern. Die Konjunkturerwartungen sanken um 5,5 Punkte auf 6,9 Stellen. Die GfK erklärte, offensichtlich rechneten die Konsumenten damit, daß das Konjunkturhoch in diesem Jahr erreicht wird und die Dynamik schon kommendes Jahr nachläßt.

Im Ost-West-Vergleich zeigt sich, daß der Anstieg bei der Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung allein auf die Einschätzung der Westdeutschen zurückzuführen ist. Die Stimmung der Ostdeutschen hat sich dagegen zum Vormonat in allen drei
Bereichen des GfK-Indikators verschlechtert.

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Von Heike Göbel

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