http://www.faz.net/-gqe-8xr8n

Konjunktur : Deutscher Wirtschaftsaufschwung nimmt Fahrt auf

  • Aktualisiert am

Auch die Autoindustrie boomt: BMW-Mitarbeiter arbeiten in der Produktion des Elektroautos i3 in Leipzig. Bild: dpa

Es ist ein Jahresauftakt nach Maß. Europas größte Volkswirtschaft wächst im ersten Quartal stark. Das Beste daran: Für den Aufschwung gibt es gleich mehrere Gründe.

          Steigende Investitionen der Unternehmen, boomende Exporte und die Konsumfreude der Verbraucher haben für einen schwungvollen Start der deutschen Wirtschaft ins Jahr 2017 gesorgt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden anhand vorläufiger Daten mitteilte. Ende 2016 war Europas größte Volkswirtschaft um 0,4 Prozent gewachsen.

          Ökonomen hatten mit dem kräftigen Jahresauftakt schon gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft dürfte im Wintervierteljahr 2017 deutlich an Fahrt zugelegt haben“, schrieb die Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist historisch günstig und die Zinsen sind niedrig, das stärkt die Kauflaune der Verbraucher. Sie sind Konsumforschern zufolge überzeugt, dass die Wirtschaft weiter im Aufwind ist. Die privaten Haushalte erhöhten ihre Konsumausgaben im ersten Quartal den Angaben zufolge leicht. Hinzu kamen Ausgaben des Staates, unter anderem für die Unterbringung und Versorgung Hunderttausender Flüchtlinge.

          Begünstigt wurde die Entwicklung zu Jahresanfang auch von der milden Witterung. Die Investitionen in Bauten legten kräftig zu. Zugleich investierten Unternehmen mehr in Maschinen und andere Ausrüstungen.

          Exporte steigen stärker als Importe

          Zudem profitierten Deutschlands Unternehmen von der Erholung der Weltwirtschaft und dem schwachen Euro, der den Export unterstützte. Im März kletterten die Ausfuhren auf den höchsten Monatswert seit 1950. Nach Angaben der Wiesbadener Behörde stiegen die Exporte im ersten Quartal stärker als die Importe.

          Europas größte Volkswirtschaft wuchs etwas stärker als der Euroraum insgesamt. Nach früheren Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat stieg das Bruttoinlandsprodukt der 19 Euroländer im ersten Quartal um 0,5 Prozent zum Vorquartal.

          Auch im Gesamtjahr rechnen Ökonomen mit einem robusten Wachstum. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute und die Bundesregierung erwarten 2017 bisher einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,5 Prozent. Manche Ökonomen trauen der deutschen Wirtschaft noch etwas mehr zu.

          Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Wirtschaft um 1,9 Prozent zugelegt. Allerdings gibt es dieses Jahr mehr Feiertage, die auf einem Werktag liegen, das bremst das Wirtschaftswachstum. Unsicherheit stiften auch die unklaren Bedingungen des EU-Austritts Großbritanniens (Brexit) und die amerikanische Handelspolitik.

          Deutscher Außenhandel : Furcht vor Einbruch der Geschäfte mit Großbritannien

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          „Absolut verantwortungslos“

          BGA-Chef Bingmann : „Absolut verantwortungslos“

          Eine Koalition aus Union, FDP und Grüne hätte eine „sensationelle Grundlage“ sein können, sagt Holger Bingmann. Im Gespräch mit FAZ.NET erklärt er, warum das Aus von Jamaika „ganz, ganz bitter“ für die deutsche Wirtschaft ist.

          Britischer Wein boomt Video-Seite öffnen

          Rasante Entwicklung : Britischer Wein boomt

          Großbritannien entwickelt sich dank Klimawandel und engagierten Winzern zum Top-Weinanbaugebiet. In den letzten zehn Jahren hat sich die Anbaufläche verdoppelt, und sie wächst weiterhin. Englische Weine haben bereits international Preise abgeräumt.

          Topmeldungen

          Suche nach U-Boot : Flugzeug entdeckt Objekt auf Meeresgrund

          Bei der Suche nach dem vermissten argentinischen U-Boot sind die Retter laut Medienberichten auf eine Wärmequelle in 70 Metern Tiefe gestoßen. Wegen des Sauerstoffmangels spricht die Marine von einer „kritischen Phase“.

          F.A.Z. exklusiv : Lindner: Wir fühlten uns gedemütigt

          Im Interview mit der F.A.Z. spricht der FDP-Vorsitzende über die Gründe für den Ausstieg aus den Jamaika-Sondierungen. Vor allem einer Partei wirft Christian Lindner fehlende Kompromissbereitschaft vor.
          Der Jeep des Überläufers bleibt stecken.

          Korea-Konflikt : Video zeigt Jagd auf nordkoreanischen Soldaten

          Das Kommando der Vereinten Nationen in Südkorea wirft dem Norden vor, bei der Jagd auf einen Überläufer den Waffenstillstand gebrochen zu haben. Zum Beweis veröffentlicht es Videoaufnahmen, die an einen Actionfilm erinnern.
          Die Runde von Sandra Maischberger

          Talk-Kritiken : Im Beichtstuhl des Bundespräsidenten

          Nach dem vorläufigen Scheitern von Jamaika ist der Bundespräsident Herr des Verfahrens. Die Debatten in Talkshows zeigen: Auf das Staatsoberhaupt wartet keine leichte Aufgabe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.