http://www.faz.net/-gqe-76x2k
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 14.02.2013, 08:29 Uhr

Konjunktur Deutsche Wirtschaft schrumpft um 0,6 Prozent

Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal 2012 so stark geschrumpft wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise nicht mehr. Aufgrund sinkender Exporte und Investitionen fiel das Bruttoinlandsprodukt zwischen Oktober und Dezember um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

© dpa Die Unternehmen investierten „deutlich weniger“ in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen, auch die Exporte gingen zurück

Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal 2012 erstmals seit Ende 2011 wieder geschrumpft, was vor allem an schwachen Exporten und rückläufigen Investitionen lag. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal preis- und saisonbereinigt um 0,6 Prozent und lag um 0,4 Prozent über dem Niveau des vierten Quartals 2011. Das war der stärkste Quartalsrückgang der Wirtschaftsleistung seit dem ersten Quartal 2009.

Volkswirte hatten einen Rückgang von 0,5 Prozent auf Quartalssicht und einen Anstieg von 0,5 Prozent im Jahresabstand prognostiziert. Ausschlaggebend für den BIP-Rückgang war nach Angaben der Statistiker, dass die Warenausfuhren stärker sanken als die -einfuhren, wodurch sich ein negativer Beitrag der Nettoexporte ergab. Die Ausrüstungsinvestitionen sanken deutlich und die Bauinvestitionen geringfügig, während privater und staatlicher Konsum leicht zulegten.

Für das Jahr 2013 ergibt sich aus dem BIP-Rückgang im vierten Quartal 2012 ein Statistischer Unterhang von 0,3 Prozent. Dabei handelt es sich um die Veränderungsrate des BIP, die sich für das Jahr 2013 ergäbe, wenn das saison- und kalenderbereinigte BIP im gesamten Jahr auf dem Niveau des vierten Quartals 2012 bleiben würde.

Die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal 2012 wurde von 41,9 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 320.000 Personen oder 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Mehr zum Thema

Im gesamten Jahr 2012 stieg das BIP um 0,7 Prozent, bereinigt um die Zahl der Arbeitstage ergab sich ein Plus von 0,9 Prozent. 2011 war die deutsche Wirtschaft kalenderbereinigt noch um 3,1 Prozent gewachsen.

Für den Start ins neue Jahr sagen Ökonomen wieder ein leichtes Wachstum voraus. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach um 0,2 Prozent zulegen. Für das Gesamtjahr erwarten Bundesregierung und Bundesbank ein Plus von 0,4  Prozent. 2012 waren es 0,7 Prozent.

Quelle: Dow Jones, Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Für 2016 Außenhandel rechnet mit Exportrekord

Die Unternehmen exportieren überraschend viel. Der Außenhandelsverband erwartet ein Plus von bis zu 4,5 Prozent. Für langfristig positive Aussichten sei TTIP jedoch von großer Bedeutung. Mehr

28.04.2016, 13:03 Uhr | Wirtschaft
Arbeitskreis Steuerschätzung Fünf Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen pro Jahr

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seine Kollegen in den Bundesländern können aufgrund der guten Konjunktur und hoher Beschäftigung auf mehr Steuereinnahmen hoffen als bislang erwartet. Für das Jahr 2016 rechnet der Finanzminister demnach mit Steuereinnahmen von 691,2 Milliarden Euro für Bund, Länder und Kommunen. Mehr

04.05.2016, 16:55 Uhr | Wirtschaft
Marktbericht Die Commerzbank führt den Dax nach unten

Am Frankfurter Aktienmarkt herrscht am Dienstag Verkaufsstimmung. Besonders kräftig geht es für die Commerzbank runter. Das hat mehrere Gründe. Mehr

03.05.2016, 16:10 Uhr | Finanzen
Myanmar See-Nomaden wollen Inselparadies retten

Seit der Öffnung Myanmars 2011 setzen Tourismus und Fischerei dem artenreichen Mergui-Archipel im Süden des Landes immer mehr zu. Eine Allianz aus lokalen See-Nomaden und internationalen Forschern will das Inselparadies retten. Mehr

20.04.2016, 09:15 Uhr | Wissen
Marktbericht Das ewige Hin und Her ist nervenaufreibend

Aus Enttäuschung über die Ergebnisse der Notenbank-Sitzungen in Amerika und Japan haben sich Anleger aus dem Aktienmarkt zurückgezogen. Es gibt allerdings positive Ausnahmen im Dax. Ganz vorne: die Deutsche Bank. Mehr

28.04.2016, 12:24 Uhr | Finanzen

Geld für alle

Von Johannes Ritter

Ein bedingungsloses Grundeinkommen scheint vielen eine reizvolle Idee. Es soll dem Bürger seine Existenz sichern und „Spielraum verschaffen“. In der Schweiz wird bald tatsächlich darüber abgestimmt. Mehr 0


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Staatsfinanzen Was tun mit noch mehr Steuer-Milliarden?

Deutschland wird wegen der guten Wirtschaftslage wohl noch viel mehr Steuern einnehmen als gedacht. Schon beginnt der Streit, was damit geschehen soll. Mehr 17

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden