20.02.2006 · Die Wachstumspause der deutschen Wirtschaft Ende 2005 ist nach Einschätzung der Bundesbank nur eine vorübergehende Schwächephase gewesen. Die gute Auftragslage der Unternehmen läßt demnach auf eine weitere Erholung hoffen.
Die Stagnation der deutschen Wirtschaft zum Ende vergangenen Jahres war nach Einschätzung der Bundesbank nur vorübergehend. Die anhaltend gute Auftragslage in der Industrie und das verbesserte Geschäftsklima auch in den unternehmensnahen Dienstleistungen ließen erwarten, daß es sich „nicht um eine nachhaltige Unterbrechung des Wachstumsprozesses“ handele, erklärte die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht.
Darüber hinaus verweist die Bundesbank auf die robuste Weltkonjunktur „und die lebhafte Beteiligung der deutschen Wirtschaft an der rasch voranschreitenden internationalen Arbeitsteilung sowie die weiterhin günstigen Exporterwartungen“. Vor diesem Hintergrund erklärt die Notenbank, daß sich die konjunkturelle Gangart zu Jahresbeginn wieder beschleunigt habe. Im vierten Quartal 2005 hatte das Bruttoinlandsprodukt stagniert, nachdem es im dritten Quartal um 0,6 Prozent zugelegt hatte.
Arbeitsmarkt stützt Konsumnachfrage
Mit Blick auf den bislang sehr verhaltenen Privaten Verbrauch äußert sich die Bundesbank etwas zuversichtlicher. So könne im weiteren Verlauf dieses Jahres von einer Besserung der Lage am Arbeitsmarkt “eine gewisse Stütze“ für die Konsumnachfrage ausgehen, heißt es angesichts der zuletzt verzeichneten Stabilisierung der Erwerbstätigkeit.
Günstig für die weitere Beschäftigungsentwicklung werde sich auswirken, daß die Lohnstückkosten 2005 um etwa ¾ Prozent gesunken seien. Als Belastung für den deutschen Konsum sieht die Bundesbank allerdings die hohen Energiepreise. Zu den laufenden Tarifverhandlungen in der Metallbranche und im Öffentlichen Dienst äußert sich die Bundesbank verhalten. “Angesichts der recht unterschiedlichen Situation in den einzelnen Branchen und Arbeitsmarktsegmenten wird es darauf ankommen, Regelungen zu treffen, die hinreichend Raum lassen für Differenzierungen und Flexibilität“, heißt es in dem Bericht.
In einem Interview mit Dow Jones Newswires hatte Bundesbankpräsident Axel Weber kürzlich bereits die Einschätzung vertreten, daß die Konjunkturerholung in Deutschland intakt ist und für 2006 mit einem kalenderbereinigten Wachstum von 1,5 Prozent zu rechnen sein dürfte. 2005 war die deutsche Wirtschaft kalenderbereinigt um 1,1 Prozent gewachsen. Wegen der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer sprach Weber allerdings von “fiskalpolitischen Bremseffekten“, die im kommenden Jahr auf dem Wirtschaftswachstum lasten würden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,79 | −0,89% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2448 | −0,32% |
| Rohöl Brent Crude | 105,77 $ | −1,01% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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