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Konjunktur Deutsche Produktion legt überraschend zu

 ·  Der monatelange Abschwung der Wirtschaft scheint sich umzukehren. Die Industrieproduktion in Deutschland ist im Mai gegenüber dem Vormonat kräftig gestiegen. Für das gute Ergebnis sorgte vor allem die Automobilhersteller. Doch auch die Bau- und die Energiewirtschaft profitierten.

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Die Produktion im produzierenden Sektor Deutschlands ist im Mai überraschend stark gestiegen. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch auf der Basis vorläufiger Daten mitteilte, erhöhte sich die Erzeugung gegenüber April saison- und kalenderbereinigt um 3,7 Prozent. Dies war die beste Entwicklung innerhalb eines Monats seit August 1993; damals erhöhte sich die Produktion um 4,1 Prozent. Erwartet worden war lediglich ein Anstieg um 0,5 Prozent. Für das gute Ergebnis sorgte vor allem die Automobilproduktion.

Bereits am Dienstag hatte das Ministerium für Mai die stärkste Zunahme der Industrieauftragseingänge seit fast zwei Jahren gemeldet. Bankvolkswirte sagten nach Veröffentlichung der Produktionsdaten, die Rezession im Industriesektor scheine so langsam ihr Ende zu finden.

Talsohle durchschritten

„Die Erzeugung im produzierenden Gewerbe dürfte die Talsohle durchschritten haben“, erklärten auch die Konjunkturexperten des Wirtschaftsministeriums. Die stärksten Impulse seien dabei aus dem Bereich „Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“ gekommen. Aber auch in anderen industriellen Bereichen habe sich die Abwärtsdynamik merklich abgeschwächt oder die Erzeugung habe zuletzt sogar schon wieder zugenommen. „Angesichts der gefestigteren Auftragslage haben sich die Aussichten für eine positive Entwicklung der Industrieproduktion verbessert“, so das Wirtschaftsministerium.

Allerdings musste für April eine Abwärtsrevision vorgenommen werden. Demnach lag das Produktionsminus bei 2,6 Prozent, nachdem zunächst ein Rückgang von 1,9 Prozent gemeldet worden war. Ihren Vorjahresstand unterschritt die Produktion im produzierenden Gewerbe im Mai auf Basis von Ursprungsdaten um 18,8 Prozent (April: minus 20,1 Prozent), arbeitstäglich bereinigt ergab sich ein Rückgang von 17,9 Prozent (minus 19,3 Prozent).

Vor allem Automobilhersteller profitieren

Während die Industrieproduktion gegenüber April um 5,1 Prozent ausgeweitet wurde, sank die Erzeugung im Energiesektor um 3,8 Prozent und im Bauhauptgewerbe um 3,2 Prozent. Innerhalb der industriellen Hauptgruppen konnten vor allem die Automobilhersteller - gefördert von der Abwrackprämie - einen massiven Zuwachs gegenüber April um 24,2 Prozent verzeichnen.

Carsten Brzeski von ING Bank zeigte sich zuversichtlich für die weitere Produktionsentwicklung. „Die günstigen Auftragsdaten und der massive Lagerabbau der vergangenen Monate sollte die Industrieproduktion in der kommenden Zeit unterstützen“, sagte der Volkswirt. Dennoch warnte er vor zu viel Optimismus: „Die vergangenen beiden Tage haben gute Nachrichten hinsichtlich einer künftigen Stabilisierung der Wirtschaft gebracht. Für eine nachhaltige Erholung sind aber noch mehr solcher Entwicklungen erforderlich.“

„Zusammen mit dem gestern veröffentlichten deutlichen Plus bei den Auftragseingängen deuten die Produktionsdaten darauf hin, dass die Industrie den Tiefpunkt in diesem Zyklus durchschritten hat“, sagte auch Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Er verwies dabei zwar auf Sondereffekte wie der Abwrackprämie, doch habe wohl auch der Lagerzyklus gedreht: „Die Unternehmen haben begonnen, ihre nach dem Lehman-Schock deutlich heruntergefahrenen Lagerbestände wieder aufzubauen.“ Seiner Einschätzung handelt es sich dabei nicht nur um ein kurzfristiges Phänomen, sondern womöglich um „den Beginn einer längeren Erholung“.

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