Home
http://www.faz.net/-gqf-t2c9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Konjunktur Deutsche Inflation auf tiefstem Stand seit Mai 2005

13.09.2006 ·  Die Inflation in Deutschland ist im August auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr gesunken und dürfte bis zur Mehrwertsteuererhöhung zum Jahreswechsel niedrig bleiben. Vor allem langlebige Gebrauchsgüter waren günstiger zu haben.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die Inflation in Deutschland ist im August auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr gesunken und dürfte bis zur Mehrwertsteuererhöhung zum Jahreswechsel niedrig bleiben.

Die Jahresteuerung fiel auf 1,7 von 1,9 Prozent im Juli, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Mai 2005. “Es gibt im Moment keinen Preisdruck in Deutschland“, sagte Stefan Mütze von der Helaba. Experten rechnen mit weiter niedrigen Inflationsraten, bevor die Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007 die Teuerung nach oben treiben dürfte. „Die Jahresteuerung könnte im September auf ein Prozent nachgeben“, sagte Stephan Rieke von der BHF Bank. Stark gesunkene Ölpreise - die inzwischen wieder unter dem Vorjahresniveau liegen - dürften die Lebenshaltung verbilligen. Verheerende Hurrikane hatten vor einem Jahr amerikanische Ölanlagen beschädigt und für Rekordpreise gesorgt.

Computer, Fernseher und Waschmaschinen günstiger

Haushaltsenergie und Kraftstoffe kosteten im August noch einmal deutlich mehr als vor Jahresfrist. Ohne Energie hätte die gesamte Teuerungsrate nur 1,0 Prozent betragen, betonten die Statistiker. Günstiger zu haben waren langlebige Gebrauchsgüter wie Computer, Fernseher und Waschmaschinen. Sie kosteten insgesamt 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr, Computer waren sogar gut 17 Prozent preiswerter.

Von Juli auf August verbilligten sich Kraftstoffe um 1,8 Prozent, nachdem im Vormonat noch Rekordpreise an den Tankstellen verlangt wurden. Auch Nahrungsmittel waren für weniger Geld zu haben, da saisonbedingt die Preise für Obst und Gemüse nachgaben. Dadurch sanken die Verbraucherpreise insgesamt zum Vormonat im Schnitt um 0,1 Prozent.

Damit bestätigte das Bundesamt seine vorläufigen Angaben von Ende August. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten vor der Veröffentlichung erster Länderdaten im Schnitt mit unveränderten Verbraucherpreisen zum Vormonat gerechnet und einer Jahresinflationsrate von 1,8 Prozent.

Der zum Vergleich mit anderen Euroländern berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) sank von Juli auf August um 0,1 Prozent. Die Jahresteuerung lag bei 1,8 Prozent. Damit revidierten die Statistiker ihre erste Schätzung leicht nach unten.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent an und sieht darin ihr Ziel stabiler Preise gewährleistet. In der Eurozone dürfte die Inflation trotz des Rückgangs in Deutschland über dieser Marke verharren und die EZB zu den erwarteten Zinserhöhungen veranlassen, sagte Mütze. An den Finanzmärkten wird damit gerechnet, daß die Währungshüter den Leitzins bis Jahresende von derzeit drei auf dann 3,5 Prozent anheben.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 10 13

30.05.2012 10:16 Uhr
  Vortag
Dax 6.341,66 −0,86%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.381,79 −0,89%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2448 −0,32%
Rohöl Brent Crude 105,77 $ −1,01%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.