07.11.2005 · Das Produzierende Gewerbe in Deutschland hat im September seine Produktion unerwartet kräftig hochgefahren und damit einen weiteren Hinweis für die Rückkehr der Wirtschaft auf Wachstumskurs geliefert.
Die deutsche Industrie hat im September ihre Produktion unerwartet kräftig hochgefahren und damit einen weiteren Hinweis für die Rückkehr der Wirtschaft auf Wachstumskurs geliefert.
Im Monatsvergleich steigerte das gesamte Produzierende Gewerbe - Industrie, Energiewirtschaft und Bau - die Erzeugung saisonbereinigt um 1,2 Prozent, wie am Montag das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Dabei produzierte die Industrie 1,4 Prozent mehr, wobei besonders die Herstellung von Investitionsgütern kräftig stieg.
Hoffnung auf relativ kräftiges Wachstum
Wie das Wirtschaftsministerium erwarten auch Ökonomen in den kommenden Monaten Produktionszuwächse. „Endgültig kann man erst Entwarnung für die deutsche Konjunktur geben, wenn die Inlandsnachfrage richtig stabil ist“, warnte Matthias Rubisch von der Commerzbank aber. Im Sommer könnte das Wirtschaftswachstum aber relativ kräftig ausgefallen sein.
Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem Produktionszuwachs um 0,9 Prozent gerechnet, nachdem die Erzeugung im August um 1,5 Prozent gesunken war. Da aber die Industrieaufträge im September überraschend um 2,8 Prozent zugelegt hatten, war die Zuversicht zuletzt gewachsen.
Positive Überraschung bei den Investitionen möglich
Den Daten zufolge fuhr die Energiewirtschaft ihren Ausstoß um 0,7 Prozent hoch. Die Baubranche schränkte ihre Produktion nach mehreren Monaten mit Zuwächsen um 2,5 Prozent ein. Die Investitionsgüterindustrie stellte 2,8 Prozent mehr her, die Konsumgüterhersteller produzierten 0,6 Prozent mehr. Im Vergleich zum Vorquartal erhöhte sich die gesamte Produktion im dritten Vierteljahr um 1,3 Prozent.
Da sich die Unternehmensstimmung zuletzt deutlich gebessert hat, sehen Ökonomen die deutsche Wirtschaft nach der Flaute vom Frühjahr wieder auf Erholungskurs. „Vor dem Hintergrund der lebhaften Entwicklung der Bestelltätigkeit in der Industrie sowie der positiven Stimmungslage in der Wirtschaft ..., ist auch in den kommenden Monaten mit einer dynamischen Entwicklung der Produktionstätigkeit in der Industrie zu rechnen“, erklärte auch das Ministerium.
Nach Ansicht von Bankenvolkswirten könnte schon das Wachstum im Sommer etwas stärker ausgefallen sein. „Bei den Investitionen könnte es eine positive Überraschung geben, das zeigen auch die Aufträge für die Investitionsgüterindustrie“, sagte Rubisch.
Auch die Bauwirtschaft könnte für einen kleinen Impuls gesorgt haben. Dagegen dürfte der Konsum erneut zurückgegangen sein. „Der Wermutstropfen ist aber die Frage, wer all die produzierten Güter kauft“, sagte auch Andreas Scheuerle von der DekaBank.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.380,26 | −1,00% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2453 | −0,28% |
| Rohöl Brent Crude | 105,70 $ | −1,08% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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