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Konjunktur Deutsche Industrie erhält mehr Aufträge

06.05.2005 ·  Zum ersten Mal seit Jahresbeginn haben die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes im März wieder mehr Aufträge erhalten. Der Auftragseingang stieg überraschend um 2,2 Prozent gegenüber Februar.

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Zum ersten Mal seit Jahresbeginn haben die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes im März wieder mehr Aufträge erhalten als im Vormonat. Der Auftragseingang stieg im Volumen und um saisonale Schwankungen bereinigt um 2,2 Prozent gegenüber Februar. Bankvolkswirte hatten nur mit einem marginalen Plus gerechnet. Sowohl die inländischen als auch die ausländischen Bestellungen legten im März gleichermaßen zu.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums spielten Großaufträge im März nur eine "leicht überdurchschnittliche" Rolle, so daß die Daten tatsächlich eine gewisse Stützung der konjunkturellen Entwicklung in der Industrie signalisieren dürften.

Der Auftragseingang entwickele sich besser, als es die verschiedenen Stimmungsindikatoren der vergangenen Monate hätten vermuten lassen, kommentierte das Wirtschaftsministerium. Auch Bankvolkswirte waren von der Entwicklung positiv überrascht. Sie hoben hervor, daß die Nachfrage nach Investitionsgütern aus dem Inland und aus dem Ausland mit mehr als 3 Prozent spürbar stieg.

Konsumnachfrage steigt

Zudem zeigt der Auftragseingang, daß die heimische Konsumnachfrage im ersten Quartal wahrscheinlich an Schwung gewonnen hat. Die Bestellungen für Konsumgüter aus dem Inland stiegen um 0,9 Prozent und damit den sechsten Monat nacheinander. Nach Analyse der Ökonomen von der Hypo-Vereinsbank ist dies eine deutlich kräftigere Erholung als nach früheren Stagnationsphasen. Zusammen mit der vergleichsweise guten Entwicklung des Einzelhandelsumsatzes, der im ersten Quartal rund ein Prozent höher lag als im Schlußquartal 2004, deutet dies zumindest auf eine Stabilisierung des Inlandskonsums hin.

Die Volkswirte der Commerzbank sehen die Schubkraft indes unverändert in der robusten Weltkonjunktur. Die Bestellungen aus dem Ausland lagen im ersten Quartal 2,7 Prozent höher als im Jahresschlußquartal 2004.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Februar/März zu Dezember/Januar fiel der gesamte Auftragseingang um 2,7 Prozent. Dies gründet zum Großteil darin, daß es im Dezember und Januar außergewöhnlich viele Großaufträge gab, die den Trendvergleich nun verzerren. Trotz der positiven Überraschung warnten Volkswirte vor zu viel Optimismus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum lag der Auftragseingang 0,9 Prozent niedriger.

Quelle: pwe. / F.A.Z., 07.05.2005, Nr. 105 / Seite 9
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