14.02.2007 · Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat seine Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft von 1,5 Prozent auf 2,3 Prozent angehoben. Nach der Frühjahrsumfrage der Kammern ist die Investitionsbereitschaft der Unternehmen deutlich gestiegen.
Trotz der höheren Steuerlast wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr an das kräftige Wachstum des Vorjahres anschließen können und stärker zulegen als bisher erwartet. Diesen Schluss zieht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in der Auswertung seiner Frühjahrsumfrage unter rund 25.000 Unternehmen. Der DIHK erhöhte seine Wachstumsprognose für dieses Jahr von 1,5 auf 2,3 Prozent und setzt sich damit an die Spitze der Konjunkturoptimisten.
Im vergangenen Jahr war das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,7 Prozent gewachsen (Kräftiges Wachstum in Deutschland und im Euro-Raum). Die Bundesregierung hatte Ende Januar für dieses Jahr einen BIP-Zuwachs von 1,7 Prozent prognostiziert und lag damit etwa in der Mitte der Prognosen von Instituten und Verbänden. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin setzte seine Prognose von 1,7 auf 2 Prozent herauf. Das Plus entspricht dem höheren statistischen Überhang, der sich nach der jüngsten Revision der Wachstumsdaten 2006 durch das Statistische Bundesamt ergeben hatte. Im Gegensatz zum DIHK hatte der Zentralverband des Deutschen Handwerks zu Wochenbeginn vor hohen Belastungen durch die Mehrwertsteuererhöhung gewarnt und mehr Unterstützung der Politik verlangt.
Die vom DIHK befragten 25.000 Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage so zuversichtlich wie zuletzt im Herbst 1991. Auch ihre Aussichten bewerten sie inzwischen deutlich besser als im Herbst vergangenen Jahres. „Der aktuelle Aufschwung erweist sich als Langläufer“, hieß es.
Hohe Investitionsbereitschaft
DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben begründete die höhere Wachstumsprognose mit verbesserten Erwartungen der Ausfuhrindustrie, dem andauernden Wachstum in Amerika, dem günstigen Winterwetter, den niedrigen Ölpreisen und mit der anziehenden Investitionstätigkeit in Deutschland. Mit einer am Inlandsprodukt gemessenen Investitionsquote von 19 Prozent finde man wieder Anschluss an frühere Aufschwungphasen. „Der Wirtschaftsstandort Deutschland erlebt ein Comeback“, sagte Wansleben.
Positive Auswirkungen werde dies auf den Arbeitsmarkt haben. Die robuste Weltwirtschaft und die lebhafte Investitionskonjunktur hätten die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen auf das höchste Niveau seit 1991 steigen lassen. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte in diesem Jahr um 500
Warnung vor zu hohen Lohnabschlüssen
DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke begründete die Diskrepanz damit, dass man in manchen Exportbranchen bald einen Fachkräftemangel erwarte. Zudem werde die höhere Mehrwertsteuer bei Dienstleistern und verbrauchsnahen Branchen Wachstum und Arbeitsplatzaufbau erschweren. Hinzu kämen Sorgen vor der anstehenden Tarifrunde.
Angesichts von Forderungen wie die der IG Metall nach einem Gehaltszuwachs von mehr als 6 Prozent sagte Wansleben: „Ich warne davor zu glauben, jetzt fällt das Geld vom Himmel, jetzt können wir mal richtig zulangen.“ Die Tarifpolitik müsse Rücksicht darauf nehmen, dass die Gewinnentwicklung je nach Branche und Unternehmen unterschiedlich ausfalle. Wansleben verband dies mit einem Appell an die Politik, die Reformen fortzusetzen und den Staatshaushalt zu konsolidieren.
Sorge vor zu starkem Euro
Die Daten basieren auf der Auswertung der Frühjahrsumfrage des DIHK unter 25.000 Unternehmen. Nach Regionen unterschieden, falle das Wachstum in Bayern und Baden-Württemberg besonders hoch aus. Dort sei der „Funke“ von den exportstarken Unternehmen auf den inländischen Handel und auf Dienstleister bereits übergesprungen. Dagegen hinke Ostdeutschland bei zwar gutem Industriewachstum weiter hinterher.
In der Bewertung ihrer Geschäftslage hätten sich die Unternehmen im bundesweiten Vergleich nochmals positiver geäußert, sie habe den höchsten Wert seit dem Herbst 1991 erreicht. Auch die Geschäftserwartungen seien besser ausgefallen als im Herbst 2006. Neben der Exportwirtschaft habe der Aufschwung jetzt auch die meisten Binnenbranchen erfasst. Niedrigere Energiepreise und steigende Beschäftigung stützten den Konsum. Die Mehrwertsteuererhöhung habe noch nicht zu einem übermäßigen Preisauftrieb geführt, weil viele Unternehmen die Steuer nicht überwälzt hätten. Ohne die große zusätzliche Steuerbelastung hätte der Aufschwung seine binnenwirtschaftlichen Kräfte in diesem Jahr noch stärker entwickeln können, sagte Wansleben. Gefahren für die Ausfuhrwirtschaft registrierte er im weiterhin schwachen Dollar und Yen, was die Ausfuhr nach Amerika und Japan verteuere.
Ich habe keine Ahnung....
Andreas Wessels (PhunkyData)
- 15.02.2007, 17:54 Uhr
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