10.05.2010 · Die deutschen Exporte haben im März so stark zugelegt wie seit 18 Jahren nicht mehr. Sie stiegen um 10,7 Prozent im Vergleich zum Februar, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die guten Zahlen weisen offenbar auf eine Beschleunigung der weltweiten Konjunkturerholung.
Die deutschen Exporte haben weiter deutlich angezogen. Im März stiegen die Ausfuhren so stark wie seit fast 18 Jahren nicht mehr. Sie legten um 10,7 Prozent im Vergleich zum Februar zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Das war der kräftigste Anstieg seit Juli 1992 mit 11,5 Prozent. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem kalender- und saisonbereinigten Plus von 2,6 Prozent gerechnet. Im Februar war das Wachstum mit 5,1 Prozent nicht einmal halb so stark ausgefallen.
Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 85,6 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 23,3 Prozent mehr als im März 2009. Allerdings waren die Exporte vor einem Jahr mit 16,1 Prozent auch sehr kräftig eingebrochen. Überdurchschnittlich stiegen die Exporte außerhalb Europas: Hier gab es ein Plus von 34,7 Prozent, während die Ausfuhren in die EU-Länder um 16,8 Prozent kletterten.
Auch Einfuhren steigen
Die Einfuhren erhöhten sich binnen Jahresfrist um 18,3 Prozent auf 68,4 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Februar gab es ein Plus von 11,0 Prozent. Analysten hatten hier lediglich einen Anstieg von 0,3 Prozent erwartet. Der bereinigte Handelsbilanzüberschuss erhöhte sich auf 13,3 Milliarden Euro.
„Die Weltkonjunkur wird die deutschen Exporte in den kommenden Monat vorantreiben“, sagte Ralph Solveen von der Commerzbank in Frankfurt. Viele Unternehmen fahren ihre Produktion hoch, um die steigende Nachfage aus dem Ausland befriedigen zu können. Im April war das Geschäftsklima in Deutschland bereits auf den höchsten Wert in zwei Jahren gestiegen. Für Jürgen Michels von der Citigroup sind dies sind beeindruckende Zahlen: „Die deutschen Wirtschaft hat wieder Fahrt aufgenommen, insbesondere die Industrie“. Der riesige Anstieg sei auch auf eine Korrektur der Wettereffekte zurückzuführen. Zu Jahresbeginn hatte der strenge Winter gebremst. Er rechnet nicht damit, dass es in diesem Tempo weitergehen werde. Aber die steigenden Auftragseingänge signalisierten, dass sich der Exportmotor auch in den kommenden Monaten mit recht hoher Drehzahl bewegen dürfte.
Erholung vom Umsatzeinbruch
In den ersten drei Monaten des Jahres betrug der Wert der Ausfuhren 219,5 Milliarden Euro, während das Volumen der Einfuhren auf 181,6 Milliarden Euro beziffert wurde. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lagen die Exporte damit um 11,3 Prozent höher. Die Importe stiegen um 7,0 Prozent. Der kumulierte Außenhandelsüberschuss belief sich im Zeitraum Januar bis März auf 37,8 Milliarden Euro, für die Leistungsbilanz wurde ein Wert von plus 31,7 Milliarden Euro ausgewiesen.
Im Krisenjahr 2009 hatten die Exporteure mit rund 18 Prozent den schwersten Umsatzeinbruch seit Gründung der Bundesrepublik erlitten. In diesem Jahr peilt der Branchenverband BGA ein Plus von neun Prozent an, weil sich der Welthandel wegen niedriger Zinsen und riesiger Konjunkturprogramme wieder gefangen hat. Das vor der Krise erreichte Niveau werde aber erst 2013 wieder erreicht, lautet die Prognose.
Und was nützt es uns?
Michael Scheffler (Striesner)
- 10.05.2010, 15:22 Uhr
Eine gute Nachricht, ....
Claude Francon (findesiecle)
- 10.05.2010, 19:48 Uhr
Richtig aufgestellt
Hartmud Ose (hwarang)
- 10.05.2010, 20:20 Uhr
Es taugt nicht alles: ich vermute was von argen Ränken.
Harry LeRoy (Cimon)
- 11.05.2010, 02:53 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
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| Rohöl Brent Crude | 105,70 $ | −1,08% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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