22.09.2009 · Die deutschen Exporte sind in der ersten Jahreshälfte um fast ein Viertel und damit so stark gesunken wie noch nie seit Gründung der Bundesrepublik. Nach Einschätzung der Welthandelsorganisation WTO droht Deutschland in diesem Jahr seinen Titel als Exportweltmeister an China zu verlieren. Doch es gibt bereits erste Lichtblicke.
Die deutschen Exporte sind in der ersten Jahreshälfte um 23,5 Prozent und damit so stark wie noch nie seit Gründung der Bundesrepublik gesunken. Besonders stark gingen die Ausfuhren in die EU-Staaten zurück, während sich das Geschäft mit Ländern außerhalb der Europäischen Union etwas stabiler entwickelte, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.
Allerdings waren die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern beträchtlich: Während die Exporte nach China nur um wenige Prozent sanken, brach das Geschäft mit Russland um fast zwei Fünftel ein.
Insgesamt hatten die Ausfuhren einen Wert von 391,2 Milliarden Euro. Bereinigt um Preisveränderungen lag das Minus bei 22,9 Prozent. Die Importe gingen im gleichen Zeitraum um 18,2 Prozent auf 333,5 Milliarden Euro zurück, preisbereinigt nahmen sie um 13,2 Prozent ab. Auch hier kauften deutsche Unternehmen besonders wenig von Handelspartnern in der EU, während die Einfuhren aus China und den Vereinigten Staaten vergleichsweise stabil blieben.
Weniger Exporte nach Großbritannien und Südeuropa
Innerhalb der EU brach das Geschäft mit Großbritannien besonders deutlich ein; hier sanken sowohl die Ein- als auch die Ausfuhren überdurchschnittlich stark. Die Finanzkrise macht der britischen Wirtschaft besonders zu schaffen, das Land steckt immer noch in der Rezession. Weit weniger als im Vorjahr setzten deutsche Firmen auch in Irland und Spanien ab; in beiden Ländern hatte das Platzen einer Immobilienblase die Wirtschaft tief in eine Krise gestürzt.
Vergleichsweise robust entwickelte sich dagegen das Geschäft mit Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich, wo In- und Ausfuhren jeweils weniger stark sanken als im Durchschnitt aller Länder. Verhältnismäßig moderate Exporteinbrüche verzeichnete laut Bundesamt auch der Handel mit der Schweiz (minus 12,6 Prozent auf 17,1 Milliarden Euro) Am stabilsten von allen wichtigen Handelspartnern entwickelte sich jedoch das China-Geschäft: Die Exporte sanken lediglich um 3,9 Prozent, die Importe um 4,9 Prozent.
Lichtblick für das zweite Halbjahr
Deutschland droht nach Einschätzung der Welthandelsorganisation WTO in diesem Jahr seinen Titel als Exportweltmeister an China zu verlieren. Die Bundesrepublik hält den Titel seit dem Jahr 2003. Der Exportverband BGA erwartet für dieses Jahr einen Rückgang der Ausfuhren um etwa 18 Prozent - das wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Bestehen der Bundesrepublik. Für 2010 sagt der Verband ein Plus von zehn Prozent voraus.
Einen ersten Lichtblick gab es allerdings für den Beginn des zweiten Halbjahrs. Im Juli verkauften die deutschen Exporteure deutlich mehr Güter ins Ausland als erwartet (Deutsche Ausfuhr überraschend stark gestiegen). Die Ausfuhren stiegen verglichen mit dem Vormonat saisonbereinigt um 2,3 Prozent. Experten rechnen damit, dass sich die Tendenz auch im August und September fortsetzen könnte. Der Anstieg gehe auf den Lagerzyklus zurück. Fraglich sei nun, wann wieder Investitionen folgten, hieß es von Bankvolkswirten.
Exporte nach China geringer als in die Schweiz
Michael Krause (KanzleiKrause)
- 22.09.2009, 13:01 Uhr
Ach...
Holger Göbber (mangalore)
- 22.09.2009, 13:07 Uhr
Sie haben Recht, Herr Krause!
Christian Schneider (C.P.S)
- 22.09.2009, 14:28 Uhr
Über den Importweltmeister Amerika schweigt sich der Artikel leider aus
Gerhard Schraube (GehherGerd)
- 22.09.2009, 15:05 Uhr
Man schenke dem Volk endlich reinen Wein ein
Dieter Spethmann (dspeth)
- 22.09.2009, 15:49 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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