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Konjunktur Der Mittelstand ist bester Stimmung

03.03.2006 ·  Die Aussichten des deutschen Mittelstandes sind so gut wie seit Jahren nicht mehr. Der Aufschwung schafft aber keine Stellen. Bei Investitionen halten die Mittelständler sich zurück.

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Die Aussichten des deutschen Mittelstandes sind so gut wie seit Jahren nicht mehr. Im Schlußquartal 2005 war das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Für das laufende Jahr kann der Mittelstand mit einer fortdauernden konjunkturellen Belebung rechnen. Allerdings sind keine nennenswerten Beschäftigungsimpulse zu erwarten. Im Gegenteil: Nur jeder zehnte Mittelständler plant einer Befragung zufolge im ersten Halbjahr Neueinstellungen, dagegen gab jeder fünfte an, Personal entlassen zu wollen. Auch die geplante Mehrwertsteuererhöhung 2007 wirft ihre Schatten voraus. Dies sind die zentralen Aussagen des "Mittelstandsmonitor 2006", den die staatseigene KfW-Bankengruppe mit den Forschungsinstituten IfM Bonn, RWI Essen, ZEW und Creditreform am Donnerstag präsentierte.

Die beteiligten Institute gehen davon aus, daß 2006 sowohl für die Gesamtwirtschaft als auch für den Mittelstand das konjunkturell beste Jahr seit dem Jahr 2000 wird. Allerdings schränkte Michael Bretz, Konjunkturexperte von Creditreform, ein, daß im laufenden Jahr angesichts der geplanten Steuererhöhung starke Vorzieheffekte eine Rolle spielten. Über deren Höhe wollte er sich nicht äußern. "Aber die Steuererhöhung wird den Mittelstand treffen, da sind wir uns einig", sagte Bretz. Im vergangenen Jahr profitierten vor allem das Verarbeitende Gewerbe, der Großhandel und die Dienstleister von einer Verbesserung der Auftragslage und des Geschäftsklimas. "Die beiden binnenorientierten Sektoren Einzelhandel und Baugewerbe stehen zwar noch auf der Schattenseite der Konjunktur, sie haben jedoch an Fahrt gewonnen." Auch die Zurückhaltung bei Investitionen hält an. Zwar nahm die Bereitschaft der Unternehmen zu Investitionen in neue Projekte um drei Punkte auf 38 Prozent zu. Dieser Wert liegt aber weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 46 Prozent.

Bei den Neugründungen zeichnete sich im vergangenen Jahr ein leichter Rückgang ab, nachdem im Jahr 2004 noch ein deutliches Plus zu verzeichnen war. Die jüngste Entwicklung beruht der Studie zufolge auf einer rückläufigen Gründungsaktivität von zuvor arbeitslosen Personen in Ostdeutschland. Dies sei vermutlich auf die verschärften Anspruchsvoraussetzungen für staatliche Förderung zurückzuführen, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Seit Februar 2005 müssen Langzeitarbeitslose ein tragfähiges Geschäftskonzept nachweisen, wenn sie eine Ich-AG gründen wollen. Auch wenn die Gründungen aus Arbeitslosigkeit mehrheitlich durch eine geringe Kapitalintensität, geringe Markteintrittsbarrieren, hohe Mitnahmeeffekte und geringe Beschäftigungsimpulse gekennzeichnet sind, beurteilt Franz die staatliche Förderung eher positiv: "Ein Ich-AG-Gründer ohne Beschäftigte ist mir lieber als ein Arbeitsloser."

Quelle: svs. / F.A.Z., 04.03.2006, Nr. 54 / Seite 11
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