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Konjunktur Der Konsum stützt die Wirtschaft

26.08.2009 ·  Die Wirtschaft hat nach den offiziellen Daten die Rezession überwunden und ist im zweiten Quartal von sehr niedrigem Niveau um 0,3 Prozent gewachsen. Die privaten Haushalte und der Staat haben die Rezession gestoppt. Positive Impulse kamen auch vom Exportüberschuss.

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Die deutsche Wirtschaft hat nach den offiziellen Daten die Rezession im Frühjahr 2009 überwunden und ist im zweiten Quartal von sehr niedrigem Niveau um 0,3 Prozent gewachsen. Zuvor war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) über vier Quartale geschrumpft. Bereinigt um die geringere Anzahl an Arbeitstagen, ist das BIP seit dem zweiten Quartal 2008 um fast 6 Prozent gesunken.

Im zweiten Quartal 2009 haben vor allem die privaten und staatlichen Konsumausgaben die Wirtschaftsleistung angeregt, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Sie lagen um 0,7 und 0,4 Prozent höher als im Vorquartal. "Der private Verbrauch hat unter anderem von der Abwrackprämie für Altautos profitiert", sagte der Volkswirt Ralph Solveen von der Commerzbank. Positive Impulse kamen auch von den Bauinvestitionen, die um 1,4 Prozent zulegten. Allerdings war die Bautätigkeit in diesem Winter stärker als üblich unterbrochen.

Ausrüstungsinvestitionen stabilisiert

Auf niedrigem Niveau haben sich die Ausrüstungsinvestitionen stabilisiert, die im zweiten Quartal nur noch um 0,5 Prozent sanken. Verglichen mit dem Vorjahresquartal, lagen die Investitionen jedoch um 18,5 Prozent niedriger. Die Entwicklung des BIP wurde im zweiten Quartal abermals dadurch gebremst, dass die Unternehmen ihre Lager räumten. Das geht in die volkswirtschaftliche Berechnung negativ ein, weil die Unternehmen von Vorräten leben, statt neu zu produzieren. Der Lagerabbau reduzierte das BIP im zweiten Quartal um 1,9 Prozentpunkte.

Der Außenhandel trug rein rechnerisch positiv zur Entwicklung des BIP bei: Zwar schrumpfte der Export nochmals um 1,2 Prozent zum Vorquartal. Da aber der Import preisbereinigt erheblich stärker um 5,1 zurückging, ergab sich ein Exportüberschuss (Außenbeitrag) von 1,6 Prozent.

Gemessen am Vorjahr, hat die Industrie den stärksten Einbruch erlebt. Ihre Wertschöpfung im zweiten Quartal lag 23,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Bruttowertschöpfung des Baugewerbes sank um 2,9 Prozent. Der Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr verbuchte ein Minus von 6,9 Prozent. Rückgänge gab es auch im Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen sowie bei Land- und Forstwirtschaft. Ein leichtes Wachstum von 0,3 Prozent erzielten dagegen die öffentlichen und privaten Dienstleister.

Hoffnung auf eine dauerhafte Wende zum Besseren

Volkswirte schätzten vor allem die jüngsten Zahlen von Export und Investitionen als wichtig für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ein: "Die Talfahrt bei Exporten und Ausrüstungsinvestitionen hat deutlich an Schwung verloren", sagte Solveen. "Dies lässt auf eine dauerhafte Wende zum Besseren hoffen." Der Deutschland-Chefvolkswirt von Unicredit, Andreas Rees, betonte die Stabilisierung der Investitionstätigkeit. Diese sei von dem wieder zunehmenden Vertrauen der Unternehmen getrieben.

Einige Ökonomen haben nach den überraschend positiven Zahlen vom zweiten Quartal ihre Konjunkturprognosen angehoben: Statt der von der Bundesregierung prognostizierten 6 Prozent BIP-Rückgang erwartet nun beispielsweise der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nur noch etwa 5 Prozent Rückgang. Im kommenden Jahr sei ein Plus von 1 Prozent oder sogar mehr möglich. Allerdings ist die Wirtschaftskrise damit noch nicht ausgestanden. Nach Ansicht von DIW-Präsident Zimmermann wird die Zahl der Arbeitslosen in diesem Jahr aber deutlich unter 4 Millionen und im kommenden Jahr weit unter 5 Millionen bleiben.

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