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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Konjunktur Das chinesische Bruttoinlandsprodukt wächst schneller als erwartet

 ·  Chinas Volkswirtschaft ist im vergangenen Jahr schneller gewachsen als erwartet. Das Wachstum im Gesamtjahr übertrifft die Voraussagen des Marktes, der mit etwa 8,5 Prozent gerechnet hatte.

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Chinas Volkswirtschaft ist im vergangenen Jahr schneller gewachsen als erwartet. Mit 9,1 Prozent legte das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) so schnell zu wie seit 1997 nicht mehr und stellte sich auf umgerechnet 1,4 Billionen amerikanische Dollar. 2002 lag der Anstieg bei 8 Prozent. In Zusammenhang mit der Vorlage der Wachstumszahlen erteilte Peking den Spekulationen über eine Aufwertung des Yuan oder gar eine Freigabe des Wechselkurses eine Absage: "Jeder, der auf die Aufwertung des Yuan spekuliert, wird sich die Finger verbrennen", warnte Li Deshui, Direktor des Nationalen Statistikamtes in Peking.

Das Wachstum im Gesamtjahr übertrifft die Erwartungen des Marktes, der mit etwa 8,5 Prozent gerechnet hatte. Eine Ursache für den höheren Wert liegt in der Umstellung der Erhebungsmethoden in Peking, die nun akkurater sein sollen als die bislang verwendeten. "Unsere Vorhersage von 8,7 Prozent beruhte noch auf den alten Meßmethoden", sagt der China-Analyst der Deutschen Bank, Jun Ma. "Wir wären nicht überrascht, wenn das BIP-Wachstum 2003 im nachhinein noch einmal auf 9,5 bis 10 Prozent angehoben würde. Angesichts der starken Vorstellung 2003 werden wir unsere Vorhersage für 2004 überprüfen und wahrscheinlich den aktuellen Wert von 8,4 Prozent heraufsetzen", sagt Jun. Die Wettbewerber von Goldman Sachs gehen schon heute von 9,5 Prozent für 2004 aus, während der Marktdurchschnitt bei 8,1 Prozent liegt.

Sechstgrößte Volkswirtschaft der Erde

Im vierten Quartal 2003 wuchs das BIP der inzwischen sechstgrößten Volkswirtschaft der Erde um 9,9 (drittes Quartal: 9,6) Prozent. Dies werten Analysten als starken Hinweis auf ein Wachstum um die 10 Prozent auch in der ersten Jahreshälfte 2004. Da das BIP-Wachstum zu 80 Prozent aus Industrieproduktion und dem Bausektor herrührt, dürfte die Nachfrage nach Rohstoffen sehr hoch bleiben - schon 2003 hat China 55 Prozent der Zementproduktion der Erde und 36 Prozent ihrer Stahlproduktion aufgesogen. 2003 nahmen die Einzelhandelsverkäufe um 9,1 Prozent zu, der Index der Verbraucherpreise stieg um 1,2 Prozent, und die Anlageinvestitionen stiegen um knapp 27 Prozent. Der Index der festlandchinesischen Aktien in Hongkong konnte vor diesem Hintergrund am Dienstag 2,9 Prozent gewinnen. Die straffere Geldpolitik, die Peking aus Furcht vor einer Überhitzung der Wirtschaft im September eingeläutet hatte, dürfte sich erst im zweiten und dritten Quartal bemerkbar machen, schätzen Analysten.

Chinas Ausfuhren wuchsen allein im Dezember um 51 Prozent, das schnellste Tempo seit sechs Jahren. Die Auslandsreserven Chinas stiegen bis zum Jahresende auf 403,3 (2002: 286,5) Milliarden Dollar. Die Exporte werden vorangetrieben von einem weiterhin niedrigen Kurs des Yuan, was andere Exportnationen, allen voran Amerika und Japan, immer wieder zu harscher Kritik reizt. Einer schnellen Kursänderung, mehr und mehr erwartet von westlichen Analysten, stellte sich Peking aber einmal mehr entgegen: "Wir haben noch keinen Grund, auf das Bremspedal zu treten", sagte Li. Während Peking seine Exporteure davor warnt, das Umwechseln ihrer Devisen hinauszuschieben, warnt die Mehrheit westlicher Analysten davor, Pekings Worten Glauben zu schenken. Sie gehen weiterhin von einer Aufwertung noch in diesem Jahr aus.

Quelle: che. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2004, Nr. 17 / Seite 12
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