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Konjunktur Chinas Wachstum schwächt sich geringfügig ab

25.10.2007 ·  In China brummt die Wirtschaft seit Jahren. 2007 wird die chinesische Volkswirtschaft das fünfte Jahr in Folge zweistellig wachsen. Die neusten Zahlen des Nationalen Büros für Statistik zeigen nur ein ganz leichtes Eintrüben der Konjunktur.

Von Christoph Hein
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In China könnte sich eine erste Stabilisierung des enormen Wachstumstempos ankündigen. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt der viertgrößten Volkswirtschaft der Erde um 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Im zweiten Quartal dieses Jahres hatte die Wachstumsrate noch bei 11,9 Prozent gelegen. In den ersten neun Monaten wuchs Chinas Volkswirtschaft nach offiziellen Berechnungen damit um 11,5 Prozent. Der Handelsüberschuss stieg zwischen Januar und September im Jahresvergleich um 69 Prozent auf nun 185,7 Milliarden Dollar und überschritt damit schon jetzt den Gesamtwert des Vorjahres. Damit wird China 2007 das fünfte Jahr in Folge zweistellig wachsen und Deutschland als drittgrößte Wirtschaftsnation ablösen.

„Wir stehen immer noch außerordentlichen institutionellen, systemischen und strukturellen Problemen in unserer Volkswirtschaft gegenüber“, erklärte das Nationale Büro für Statistik am Donnerstag in Peking. Zu diesen zählten das schnelle Wachstum, Preissteigerungen, der hohe Energieverbrauch, der notwendige Abbau der Umweltverschmutzung und Unsicherheiten in Bezug auf das weltweite Wachstum.

Abschwächung als Wendepunkt

„Obwohl 11,5 Prozent im dritten Quartal immer noch ein sehr starker Wert sind, erscheint uns die Abschwächung als Wendepunkt der Wachstumskurve für die nächsten Quartale“, sagt Mingchun Sun von der Bank Lehman Brothers. Die schwächere Weltwirtschaft und der Einfluss von Zinssteigerungen, die Aufwertung des Yuan gegenüber dem Dollar, das Heraufschrauben der Reservenanforderungen der Banken und Eingriffe zur Abkühlung des Exports dürften in den kommenden Quartalen stärkeren Einfluss auf die chinesische Volkswirtschaft gewinnen, schätzen die Analysten.

Die Inflationsrate sank im September auf 6,2 Prozent, nachdem sie im August noch bei 6,5 Prozent gelegen hatte. Für die ersten neun Monate ergibt sich damit eine durchschnittliche Teuerungsrate von 4,1 Prozent. Sie liegt deutlich über den Zinsen von 3,78 Prozent für einjährige Spareinlagen. Deshalb erwarten Analysten den sechsten Zinsschritt in diesem Jahr. „Es wird noch eine Zeit brauchen, bis die Maßnahmen greifen, die eine Überhitzung verhindern sollen“, sagte Li Xiaochao, Sprecher des Statistikbüros, bei der Vorlage der Zahlen am Donnerstag. Die Anlageinvestitionen in den Stadtgebieten legten im Dreivierteljahr um 26,4 Prozent zu, nachdem ihr Wachstum im vergangenen Jahr bei 24,5 Prozent gelegen hatte. „Bei einem Einbruch könnte sich in China ein ernstes Problem mit Überkapazitäten zeigen, das zu ausufernden Vorräten, Arbeitslosigkeit, einem Berg uneinbringlicher Kredite und einem starken Rückgang der Unternehmensgewinne führte. Die Regierung muss Investitionsbeschränkungen erlassen und den heimischen Konsum antreiben“, warnt Mingchun von Lehman.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

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