http://www.faz.net/-gqe-79bfg
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 23.05.2013, 09:04 Uhr

Konjunktur Chinas Industrie schrumpft unerwartet

Das verarbeitende Gewerbe in China ist im Mai erstmals in sieben Monaten wieder geschrumpft. Damit mehren sich die Anzeichen dafür, dass das chinesische Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal an Fahrt verloren hat. Das sorgt für einen Kurssturz an den Börsen.

© dpa Sorgen aus China belasten die Märkte

Das verarbeitende Gewerbe in China ist im Mai erstmals in sieben Monaten wieder geschrumpft. Damit mehren sich die Anzeichen dafür, dass das chinesische Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal an Fahrt verloren hat. Der Einkaufsmanagerindex fiel von 50,4 im April auf nun 49,6 Punkte, wie HSBC und Markit Economics am Donnerstag auf Basis vorläufiger Daten mitteilten. Er liegt damit wieder unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Der Rückgang kam überraschend. Ökonomen hatten für Mai mit einem Stand von 50,4 Punkten gerechnet. Die asiatischen Börsen reagierten auf die Daten mit Abschlägen. Der MSCI Asia Pacific Index verlor zuletzt 3,5 Prozent auf 138,43 Zähler, das war der stärkste Kursverlust innerhalb eines Handelstags seit November 2011.

Mehr zum Thema

„Die Abschwächung ist wirklich schlimm”, sagte Ken Peng, Ökonom von BNP Paribas SA in Peking. „Jetzt gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Chinas Wachstumsrate im zweiten Quartal unter dem ersten Quartal liegen wird.”

Der Anstieg des chinesischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) hatte sich im ersten Jahresviertel auf 7,7 Prozent verlangsamt. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft um 7,8 Prozent gewachsen. Das war die niedrigste Zuwachsrate in 13 Jahren.

Zuletzt hatten auch Daten zu den Anlageinvestitionen und der Industrieproduktion in China die Konsensprognosen verfehlt, während Indikatoren für verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungssektor sanken. Der Datenreigen könnte die Entschlossenheit von Premier Li Keqiang testen, keine weiteren Konjunkturhilfen aufzulegen. Dazu aber rät China-Ökonom Qu Hongbin von HSBC in Hongkong.

Die Daten spiegelten die „schwächere Binnennachfrage und den anhaltenden Gegenwind aus dem Ausland wider”, sagte Qu. Zudem machten Anzeichen für eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt weitere Politikmaßnahmen erforderlich. „Peking hat dazu immer noch ausreichend fiskale Munition.”

Quelle: Bloomberg

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ifo-Geschäftsklima Brexit schlägt deutschen Firmen nur leicht aufs Gemüt

Zum ersten Mal nach dem Brexit-Votum hat das Ifo-Institut seinen Geschäftsklimaindex erhoben. Die Stimmung hat sich kaum eingetrübt. Mehr

25.07.2016, 10:39 Uhr | Wirtschaft
Übernahme durch Verizon Yahoo verliert seine Eigenständigkeit

20 Jahre nach Firmengründung ist das ein schwerer Schlag für Yahoo. Nachdem Anfang des Jahres bereits die Streichung von 1700 Stellen angekündigt worden war, wird das Unternehmen jetzt für 5 Milliarden Dollar von Verizon übernommen. Mehr

25.07.2016, 19:50 Uhr | Wirtschaft
Unter Wasser Peking wird überflutet

Doch nicht nur in Chinas Hauptstadt stauen sich nach heftigen Regenfällen die Wassermassen auf den Straßen. Schuld ist die schnelle Wirtschaftsentwicklung des Landes. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

21.07.2016, 07:11 Uhr | Wirtschaft
Kammerphilharmonie Bremen Rebellen im Kulturbetrieb

In Bremen spielt eines der besten Orchester der Welt. Dahinter steckt ein besonderes Gesellschaftermodell mit Musikern in Doppelfunktion. Mehr

25.07.2016, 15:50 Uhr | Wirtschaft
Nachfrage sinkt Konjunktursorgen und Überangebot belasten Ölpreis

Die Nordseesorte Brent fällt unter 45 Dollar je Barrel. Spekulationen auf einen Anstieg lassen dementsprechend nach - aus zwei ganz bestimmen Gründen. Mehr Von Markus Frühauf

26.07.2016, 06:21 Uhr | Finanzen

Das dunkle Netz

Von Carsten Knop

Im sogenannten Darknet kann man sich Drogen und Waffen illegal und anonym beschaffen. Verschlüsselte Kommunikation im Internet ist aber nicht per se verwerflich. Mehr 8 17

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Wo in die Infrastruktur investiert wird

Geld gibt der Staat für allerlei aus. Nur jeder zehnte Euro der öffentlichen Hand wird in die Infrastruktur investiert. Doch es gibt regionale Unterschiede. Mehr 2