21.10.2005 · Forschungsinstitute und Regierung sind sich in Sachen Wirtschaftswachstum selten einig. Jetzt hat es geklappt: Auch die Bundesregierung rechnet nur noch mit 1,2 Prozent Wachstum im kommenden Jahr.
Die Bundesregierung hat wie erwartet ihre Wachstumsprognose gesenkt. Sie rechnet für das kommende Jahr nur noch mit einer Zunahme des Bruttoinlandsproduktes von 1,2 Prozent statt der in der Frühjahrsprojektion vorausgesagten 1,6 Prozent.
In diesem Jahr wird die Wirtschaft demzufolge nur noch um 0,8 Prozent statt zuvor angenommenen 1,0 Prozent wachsen. Grund für die Abwärtskorrektur sei der Anstieg der Energiepreise insbesondere beim Rohöl, teilte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) am Freitag mit.
Clement: Ölpreis bleibt Risiko
Die Arbeitslosigkeit wird laut Projektion im nächsten Jahr leicht zurückgehen und die Erwerbstätigkeit leicht ansteigen. Die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Bundesregierung bilden die Grundlage für die Steuerschätzung am 2. und 3. November und für die Beratungen im Finanzplanungsrat.
Clement sagte, die deutsche Wirtschaft habe ihre Wachstumspause im Frühjahr nach Einschätzung der Bundesregierung im dritten Quartal voraussichtlich überwunden. Der Ölpreis bleibe aber ein Risiko. Ein dauerhafter Anstieg des Ölpreises über 60 Dollar je Faß (rund 159 Liter) würde das Wirtschaftswachstum spürbar dämpfen.
Gleiche Prognose bei Regierung und Instituten
Die Prognosen für beide Jahre entsprechen nun dem Herbstgutachten der Forschungsinstitute, in dem die erwartete Wachstumsrate für das kommende Jahr ebenfalls deutlich gesenkt worden war.
Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute Deutschlands hatten ihr Herbstgutachten am Donnerstag vorgelegt (siehe auch: Institute senken Wachstumsprognose und Wirtschaftsforscher dringen auf scharfen Sparkurs).
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2468 | −0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 106,35 $ | −0,47% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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