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Konjunktur Bundesbank rechnet mit „Beruhigung des Wachstums“

17.05.2005 ·  Weder in der Industrie noch in der Bauwirtschaft konnte das im Januar erreichte Niveau der Geschäftstätigkeit gehalten werden. Die Bundesbank folgert: Die Konjunktur verliert an Schwung.

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Nach dem unerwartet kräftigen Wachstum von einem Prozent im ersten Quartal wird die Konjunktur in Deutschland nach Einschätzung der Bundesbank im zweiten Vierteljahr etwas an Schwung verlieren. Ein Indiz dafür sei, daß weder in der Industrie noch in der Bauwirtschaft das im Januar erreichte Niveau der Geschäftstätigkeit gehalten werden konnte, erklärte die Bundesbank in ihrem Monatsbericht für Mai.

Der konjunkturelle Schwung in Deutschland sei zu Jahresbeginn schwächer gewesen als die Datenlage vermuten läßt. Die konjunkturelle Aufwärtsdynamik sei geringer, als in den Zahlen für das erste Jahresviertel 2005 auf den ersten Blick mit einem Wachstum von einem Prozent im Quartalsvergleich zum Ausdruck komme, hieß es im am Dienstag veröffentlichten Bundesbankbericht für Mai. Ursache sei die unzureichende arbeitstägliche Bereinigung der Daten aus dem ersten Quartal und dem Jahresendquartal 2004. Das vergangene Woche veröffentlichte starke Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) hatte selbst optimistische Experten überrascht.

Die Experten warnten davor, die Unternehmen durch ein Scheitern der geplanten Körperschaftsteuersenkung zu verunsichern. Die Bundesbank wies darauf hin, daß sich die Stimmung in der deutschen Industrie nach dem Jahresbeginn eingetrübt habe. Folge man ferner den Untersuchungen der Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), so habe der Optimismus unter den unternehmensnahen Dienstleistern ebenfalls nachgelassen. „Diese Informationen deuten auf eine Beruhigung des Wachstums im zweiten Quartal 2005 hin“, erklärte die Bundesbank.

„Neue Vertrauensprobleme“

Mit der beabsichtigten Senkung der Körperschaftsteuersätze sei zwar der Versuch unternommen worden, die Rahmenbedingungen für Unternehmen und mehr Beschäftigung zu verbessern. Dies wäre vor allem dann der Fall, wenn die Senkung als Schritt zur einer umfassenden Reform der Einkommen- und Körperschaftsteuer verstanden werden könne. „Neue Vertrauensprobleme würden freilich aufgeworfen, wenn das Vorhaben jetzt noch scheitern würde“, warnte die Bundesbank. Allerdings müßten angesichts der angespannten Haushaltslage aber auch weitere Steuerausfälle vermieden werden.

Nach Einschätzung der Bundesbank hat zudem die Debatte um den Einsatz von ausländischen Billigarbeitern in Deutschland die Unternehmen verunsichert. Zusammen mit der vom Kabinett beschlossenen Ausdehnung des Arbeitnehmerentsendegesetzes wecke dies offenbar Zweifel an der Bereitschaft, den bisherigen Reformkurs fortzusetzen. Die Experten wiesen darauf hin, daß vor allem die Auslandsnachfrage die Wirtschaft im ersten Quartal beflügelt habe. „Die Kehrseite des einseitig auf den Export gestützten Wachstums ist die hohe außenwirtschaftliche Abhängigkeit der deutschen Konjunktur“, betonte die Bundesbank. Es bestehe das Risiko, daß die globalen Ungleichgewichte vor allem auf Deutschland durchschlagen könnten, weil die schwache Binnennachfrage hier kein ausreichendes Gegengewicht darstelle. Die Inlandsnachfrage habe sich auch zu Beginn dieses Jahres nicht von ihrer gedämpften Grundtendenz gelöst, hieß es im Monatsbericht.

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