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Konjunktur : Bundesbank: Privater Konsum treibt den Aufschwung voran

  • Aktualisiert am

Hausbau in Bayern Bild: dpa

Die deutsche Wirtschaft ist im Frühling gut gewachsen. Laut Bundesbank bleibt die Wirtschaft auf Wachstumskurs, weil die Konsumenten viel kaufen und bauen. Doch das Tempo wird nachlassen.

          Die deutsche Wirtschaft wird in den kommenden Monaten weiter wachsen. Das prognostiziert die Deutsche Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht, den sie heute in Frankfurt vorgestellt hat. Nach dem guten Frühjahrsquartal dürfte der Schwung aber etwas nachlassen.

          Getrieben werde der Aufschwung vor allem durch die Privathaushalte. Dank einer „erfreulichen Lage am Arbeitsmarkt“ erwarten die Verbraucher steigende Löhne. Den Verbrauchern scheine bewusst, dass die Zeiten der übermäßigen Lohnzurückhaltung vorbei sind. Weil außerdem die Zinsen niedrig sind, sparen die Deutschen weniger und kurbeln mit steigendem Konsum die Wirtschaft an.

          Auch von der Wohnungsnachfrage gingen nach wie vor kräftige Impulse aus, schreibt die Bundesbank. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden 7,5 Prozent mehr Wohnungsneubauten genehmigt als im Halbjahr davor. Deshalb erwartet die Bundesbank auch vom Bausektor „kräftige Impulse“ für das Wachstum.

          Der zusätzliche Bedarf an Eigenheimen und Wohnungen werde von den Einkommensaussichten der privaten Haushalte beflügelt, aber auch von der Zuwanderung und den niedrigen Zinsen. Immobilien blieben eine beliebte Geldanlage. Hingegen entwickelte sich die gewerbliche Baunachfrage nach wie vor gedämpft.

          Dass die seit bald zwei Jahren schwächelnde Investitionsbereitschaft der Unternehmen bald wieder anzieht, glauben die Notenbanker hingegen nicht. Aufgrund der Euro-Krise investierten die Unternehmen weiterhin nur zögerlich: „Eine nachhaltige Belebung der inländischen Investitionstätigkeit ist wohl erst zu erwarten, wenn sich die wirtschaftlichen Perspektiven für die Euroländer nachhaltig verbessern.“

          Der Aufschwung wird in den nächsten Monaten allerdings nicht so stark ausfallen wie im vergangenen Quartal, prognostiziert die Bundesbank.

          Von April bis Juli war das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Zusammen mit Frankreich zog Deutschland damit auch die Eurozone aus der längsten Rezession ihrer Geschichte. Diesen unerwartet starken Anstieg führt die Bundesbank auf Nachholeffekte nach dem strengen Winter zurück, weshalb es in den nächsten Monaten zu einer Abschwächung kommen dürfte.

          In diesem Zusammenhang dämpft die Bundesbank auch die Hoffnungen auf einen kräftigen Exportaufschwung: „Zusätzliche Nachfrage nach Produkten deutscher Industrieunternehmen entsteht überwiegend in Drittländern.“ Die international aufgestellten deutschen Unternehmen würden deshalb häufig ihre Produktionskapazitäten vor Ort erweitern.

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