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Konjunktur Bernanke schließt Rezession nicht mehr aus

02.04.2008 ·  Der Chef der amerikanischen Notenbank, Ben Bernanke, schließt ein Abrutschen der amerikanischen Wirtschaft in eine Rezession nicht mehr aus. Im ersten Halbjahr werde es möglicherweise ein leichtes Schrumpfen geben, sagte Bernanke vor dem Wirtschaftsausschuss des Kongresses.

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Der Chef der amerikanischen Notenbank, Ben Bernanke, schließt nicht mehr aus, dass die amerikanische Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte in eine Rezession schlittern wird. „Die amerikanische Wirtschaft könnte im ersten Halbjahr leicht schrumpfen““, sagte Bernanke am Mittwoch vor dem Gemeinsamen Wirtschaftsausschuss des Kongresses. Eine Rezession sei insofern möglich. Für das zweite Halbjahr rechne er aber mit einer konjunkturellen Erholung. Allerdings sei ein solches Szenario von Abwärtsrisiken bedroht, sagte Bernanke.

Der Fed-Chef äußerte sich jedoch zuversichtlich darüber, dass ein „großer Teil“ der notwendigen konjunkturellen und finanzwirtschaftlichen Anpassungen bereits erfolgt sei. Dies könne darauf hindeuten, so Bernanke, dass sich die Bedingungen im Jahresverlauf verbessern würden, was die Notwendigkeit weiterer Zinssenkungen reduziere.

Keine weiteren Zinssenkungen angedeutet

Bernanke betonte vor den Ausschussmitgliedern, dass die bisherigen Zinssenkungen der amerikanischen Notenbank die erwartete konjunkturelle Erholung fördern sollten. Mit Andeutungen über weitere Zinssenkungen hielt er sich aber zurück. Seit September vergangenen Jahres hat die Fed ihren Leitzins um insgesamt 300 Basispunkte verringert, aktuell steht der Fed-Zielsatz für Tagesgeld bei 2,25 Prozent.

Bernanke begründete seine Zuversicht für die zweite Jahreshälfte mit einer möglichen Stabilisierung der Lage an den Immobilien- und Kreditmärkten sowie mit dem konjunkturellen Impuls des fiskalpolitischen Stimulierungspakets der amerikanischen Regierung.

Bernanke hofft auf abnehmenden Preisdruck

Mit Blick auf die kommenden Monate äußerte der Fed-Chef die Einschätzung, dass die Arbeitslosenquote, die gegenwärtig 4,8 Prozent beträgt, steigen dürfte. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass der Preisdruck in den kommenden Quartalen abnehmen werde. Im Zusammenhang mit der aktuell hohen Inflation verwies Bernanke darauf, dass diese auch auf die Dollar-Schwäche zurückzuführen sei.

Zufrieden äußerte sich Bernanke zu den zahlreichen Liquiditätsmaßnahmen der amerikanischen Notenbank. Wenngleich die Märkte insgesamt weiterhin unter Druck stünden, seien die Maßnahmen in einigen Marktsegmenten wohl erfolgreich gewesen, erklärte der Fed-Chef. Besondere Probleme sehe er gegenwärtig aber noch auf den Märkten für Kommunalanleihen, Studentenkredite und Agency-Papiere.

Zudem verteidigte Bernanke die Maßnahmen zur Rettung der Investmentbank Bear Stearns. Allerdings wollte er die Aktion - Bear Stearns wird letztlich mit Hilfe der Fed von JP Morgan Chase übernommen - nicht als ein „Bail-out“ betrachten. „Hätten wir
nicht geholfen, wäre es sehr schwierig geworden, den Schaden einzudämmen“, sagte der Fed-Chef. Er äußerte sich optimistisch darüber, dass es keinen weiteren Fall Bear Stearns gebe werde. Die Banken forderte er dazu auf, sich stärker zu rekapitalisieren.

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Von Holger Steltzner

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