08.07.2010 · Im Mai haben sich die deutschen Exporte mehr als doppelt so stark erholt wie erwartet. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 77,5 Milliarden Euro ins Ausland. Mit einen Zuwachs fast 30 Prozent gegenüber Vorjahr war es der höchste Anstieg seit zehn Jahren. Als Grund gilt die stabile Erholung der Weltkonjunktur.
Der deutsche Export floriert wieder wie lange nicht mehr: Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, hat es bei der Ausfuhr im Mai einen Zuwachs fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gegeben. Mit genau 28,8 Prozent war es der höchste Anstieg seit zehn Jahren.
Obwohl die Einfuhren nach Deutschland mit plus 34,3 Prozent gegenüber Mai 2009 noch stärker zunahm, ergab sich den Zahlen der Statistiker zufolge auch ein deutlicher Überschuss im Außenhandel. Verglichen mit dem Vormonat erhöhten sich die Einfuhren um 14,8 Prozent. Das war der stärkste Anstieg seit Beginn der Statistik 1990. Insgesamt führten die Unternehmen Waren im Wert von 67,7 Milliarden Euro nach Deutschland ein.
Allerdings waren die Exporte vor einem Jahr wegen der weltweiten Wirtschaftskrise auch um ein Viertel eingebrochen. Besonders stark stiegen die Ausfuhren in die Staaten außerhalb Europas: Hier lag das Plus bei 39,5 Prozent, während die Geschäfte mit den anderen Euro-Staaten um 21,4 Prozent zulegten.
Auf Erholungskurs nach Umsatzeinbruch
„Die deutschen Exporte werden in diesem Jahr stark steigen und auch im kommenden Jahr ebenso der Treiber für das Wachstum in Deutschland sein wie die Nachfrage aus Schwellenländern, besonders in Asien“, sagte der Analyst Jörg Lüschow von der WestLB in Düsseldorf (siehe auch: Weltwirtschaft erholt sich schneller als erwartet). Eine Nachfrageschwäche aus dem Euroraum könne so ausgeglichen werden. Später im Jahr würden aber die stützenden Effekte des schwächeren Eurokurses sichtbar werden, sagte er. Seit Jahresbeginn hatte der Euro zum Dollar rund 12 Prozent verloren, was deutsche Exportgüter im Dollarraum attraktiver macht. Die Bundesbank hatte zuletzt am 11. Juni ihre Wachstumsprognose für 2010 auf 1,9 Prozent und für 2011 auf 1,4 Prozent angehoben. Der Export, hieß es in der Mitteilung, bleibe der Motor für die Erholung.
Im Krisenjahr 2009 hatten die Exporteure mit rund 18 Prozent den schwersten Umsatzeinbruch seit Gründung der Bundesrepublik erlitten. In diesem Jahr peilt der Branchenverband BGA ein Plus von neun Prozent an, weil sich der Welthandel wegen niedriger Zinsen und riesiger Konjunkturprogramme wieder gefangen hat. Auch der billigere Euro hilft, weil er deutsche Produkte in den Vereinigten Staaten, China und anderen wichtigen Märkten verbilligt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2468 | −0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 106,35 $ | −0,47% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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