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Konjunktur Auftragsschwung für die Industrie dauert an

07.03.2006 ·  Der außergewöhnlich starke Auftragsschwung für die deutschen Industrieunternehmen dauert an. Im Januar gab es zahlreiche Großaufträge. Doch die Inlandsnachfrage stockt.

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Der außergewöhnlich starke Auftragsschwung für die deutschen Industrieunternehmen dauert an. Im Januar erhielten die Unternehmen nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts 1,4 Prozent mehr Aufträge als im Vormonat. Das Statistische Bundesamt revidierte zugleich die Auftragsdaten für Dezember deutlich nach oben. Statt eines Minus von 1,6 Prozent wird nun ein Minus von nur noch 0,3 Prozent ausgewiesen.

Dies bestätigt den Aufschwung im verarbeitenden Gewerbe, der sich zuletzt - wie schon in den Vormonaten - vor allem auf Großaufträge aus dem Ausland stützte. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht durch die Auftragsdaten die gute Stimmung in der Industrie real unterlegt und erwartet, daß die positiven Aussichten für die Industrieproduktion auch der gesamtwirtschaftlichen Erholung entsprechende Impulse geben werde.

Stillstand aus dem Inland

Die Bestellungen aus dem Ausland stiegen im Januar preis- und saisonbereinigt um 3,3 Prozent, während der inländische Auftragseingang um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat sank. Auch die Entwicklung im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsdurchschnitt Dezember/Januar zu Oktober/November bestätigt, daß die inländische Nachfrage der ausländischen zuletzt deutlich hinterherhinkte. In diesem Vergleich ergibt sich ein Auftragsplus von 1,7 Prozent für das Ausland und von 0,3 Prozent für das Inland. Die Erholung der Aufträge aus dem Inland des vergangenen Jahres ist zur Jahreswende vorerst zum Stillstand gekommen. Seit dem Zwischentief im Februar 2005 stieg der Auftragseingang aus dem Ausland um 18Prozent, während die inländischen Bestellungen 7 Prozent zulegten.

Starker Zuwachs aus dem Euro-Raum

Erstmals veröffentlichte das Bundeswirtschaftsministerium die ausländischen Auftragseingangsdaten für das verarbeitende Gewerbe getrennt nach Bestellungen aus dem Euro-Raum und von außerhalb des Euro-Raums, so wie es die Regeln der europäischen Statistik mittlerweile vorschreiben. Der Zweimonatsvergleich zeigt, daß der ausländische Auftragsschwung zuletzt vor allem aus dem Euro-Raum kam. Dem Plus von 4,8 Prozent steht ein Minus der Bestellungen von außerhalb des Euro-Raums von 0,9 Prozent entgegen, obwohl diese Bestellungen im Januar noch durch Großaufträge nach oben verzerrt wurden. In der Tendenz ist die Nachfrage von außerhalb des Euro-Raums - die direkt durch Veränderungen des Euro-Wechselkurses beeinflußt wird - seit dem Herbst 2005 leicht gesunken. Dagegen sind die Aufträge aus dem Euro-Raum im gleichen Zeitraum sprunghaft gestiegen.

Dies deutet zum einen auf eine wirtschaftliche Erholung in den Partnerländern in der Währungsunion hin. Zum anderen aber dürften auch viele Großaufträge, die bis Dezember die Bestellungen stützten, aus dem Euro-Raum gekommen sein. Dies gilt zum Beispiel für die zahlreichen Großaufträge für Airbus, die wegen des französischen Sitzes des Flugzeugbauers EADS in Deutschland als Aufträge aus dem Euro-Raum verbucht werden. Volkswirte von Geschäftsbanken wie Alexander Koch von der Hypo-Vereinsbank vermuten, daß die Nachfrage von außerhalb des Euro-Raums in den kommenden Monaten schwächer ausfallen wird, weil der Schub durch die vergangene Abwertung des Euro auslaufen sollte.

Die Großaufträge im Januar betrafen vor allen die Hersteller von Investitionsgütern. Der Maschinenbau verzeichnete 7,5 Prozent mehr Aufträge als im Dezember, die Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sogar 11,7 Prozent. Im Zweimonatsvergleich ergab sich für Investitionsgüterproduzenten ein Auftragsplus von 2 Prozent. Die Nachfrage bei Herstellern von Vorleistungs- und Konsumgütern hingegen blieb fast unverändert.

Quelle: pwe. / F.A.Z., 08.03.2006, Nr. 57 / Seite 14
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