13.09.2007 · Die Turbulenzen auf dem Finanzmarkt und die Abschwächung der Weltkonjunktur bremsen das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Prognosen für 2007 und 2008 nach unten korrigiert. Gleichwohl ist der Aufschwung noch nicht am Ende.
Die deutsche Wirtschaft wächst nicht mehr so stark wie erhofft, gleichwohl ist der Aufschwung noch nicht am Ende. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat am Donnerstag seine Konjunkturprognose für dieses Jahr um einen halben Prozentpunkt auf 2,7 Prozent deutlich gesenkt, für das kommende Jahr wird mit 2,4 Prozent gerechnet. Damit liegt das Kieler Institut noch immer am oberen Rand der Konjunkturschätzungen. Die Europäische Kommission hat ihre Prognose des deutschen Wachstums 2007 kürzlich um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent nach unten revidiert.
Überrascht zeigen sich die IfW-Ökonomen vom schwachen Anstieg der Produktion im zweiten Quartal, da Unternehmensumfragen eine stärkere Entwicklung erwarten ließen. Maßgeblich für den Rückgang des konjunkturellen Tempos im ersten Halbjahr sei zum einen das Ausbleiben weiterer Impulse vom Export, zum anderen die Nachfrageschwächung durch eine restriktive deutsche Finanzpolitik, heißt es in der Studie. Optimistisch stimmt das IfW die verbesserte Lage am Arbeitsmarkt. Als wichtigsten Indikator für eine weiterhin stabile Konjunktur wertet es die Ausrüstungsinvestitionen, die dieses Jahr um 11 Prozent zunehmen sollen, und eine bis zuletzt steigende Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland. Auch der hohe Auftragsbestand der Unternehmen verspreche eine Fortsetzung des Aufschwungs. „Diese Aussicht wird durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten kaum beeinträchtigt“, schreiben die IfW-Ökonomen.
Rezessionsfurcht in Amerika
Unterdessen wächst in Amerika die Befürchtung, dass die Schwierigkeiten im Finanzsystem die Wirtschaft insgesamt hinabziehen und womöglich in eine Rezession gleiten lassen. In einer Umfrage des „Wall Street Journal“ sagten 36 Prozent der befragten Ökonomen, sie hielten eine Rezession innerhalb der kommenden zwölf Monate für wahrscheinlich. Im vergangenen Monat lag der Anteil nur bei 28 Prozent. 11 der 52 befragten Volkswirte bezifferten die Wahrscheinlichkeit auf mindestens 50 Prozent. Unter dem Strich haben die Ökonomen ihre Wachstumsprognose für das letzte Quartal 2007 von 2,5 Prozent im August auf 1,9 Prozent gesenkt. Für das erste Quartal 2008 sagen sie nun einen auf das Jahr hochgerechneten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,1 Prozent voraus, 0,5 Prozentpunkte weniger als in früheren Prognosen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) bekräftigte am Donnerstag, die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten würden das Weltwirtschaftswachstum nicht beschädigen. Im neuen EZB-Monatsbericht heißt es, dass „die wahrscheinlich zu erwartende Konjunkturabschwächung in den Vereinigten Staaten vom anhaltend kräftigen Wachstum in den Schwellenländern weitgehend ausgeglichen werden dürfte“. Dies werde die Exporte und die Investitionstätigkeit im Euro-Raum stützen. Für dieses Jahre erwartet die EZB ein Wachstum im Euro-Raum zwischen 2,2 und 2,8 Prozent. Die Prognosen für das kommende Jahr sind mit größerer Unsicherheit behaftet; die EZB erwartet 2008 zwischen 1,8 und 2,8 Prozent Wachstum im Euro-Raum.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2468 | −0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 106,35 $ | −0,47% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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