28.04.2006 · Die amerikanische Wirtschaft hat im ersten Quartal des laufenden Jahres deutlich an Tempo gewonnen. Das Wachstum erreichte damit das höchste Tempo seit fast drei Jahren.
Die amerikanische Wirtschaft hat im ersten Quartal des laufenden Jahres deutlich an Wachstumstempo gewonnen. Dennoch war die Entwicklung geringfügig schwächer als erwartet.
Wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte, erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Januar und März um annualisiert 4,8 Prozent. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten hingegen mit einem Anstieg von 5,0 Prozent gerechnet.
Höchstes Wachstum seit drei Jahren dank Verbrauchern und Unternehmen
Im vierten Quartal 2005 war das amerikanische BIP um 1,7 Prozent gewachsen, im dritten Quartal hatte sich die Zunahme auf 4,1 Prozent belaufen. Das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft erreichte damit das höchste Tempo seit fast drei Jahren.
Ursächlich für die deutliche Zunahme der Dynamik war vor allem eine starke Entwicklung der Verbraucherausgaben und der Unternehmensinvestitionen. Die Konsumausgaben der Privaten Haushalte, die zwei Drittel des amerikanischen BIP ausmachen, stiegen dabei im ersten Quartal um annualisiert 5,5 Prozent, was den stärksten Wert seit dem dritten Quartal 2003 darstellte. Im Schlußquartal 2005 hatte der Konsum auf das Jahr hochgerechnet nur um 0,9 Prozent zugelegt. Laut Handelsministerium trug die Ausgabenfreude der Haushalte 3,81 Prozentpunkte zur Gesamtwachstumsrate bei.
Für die Unternehmensinvestitionen wurde zudem eine annualisierte Zunahme um 14,3 Prozent ausgewiesen, was die beste Entwicklung seit dem zweiten Quartal 2000 darstellte. Im vierten Quartal hatte der Wert noch bei 4,5 Prozent gelegen.
Den weiteren Angaben zufolge stiegen die Exporte der amerikanischen Wirtschaft im ersten Quartal 2006 um annualisiert 12,1 Prozent (plus 5,1 Prozent), die Importe legten um 13,0 Prozent (plus 12,1 Prozent) zu. Der daraus resultierende (negative) Nettoexport dämpfte das Wachstum um 0,84 Prozentpunkte. Leichte Wachstumsimpulse kamen zudem von den öffentlichen Ausgaben, die zwischen Januar und März um annualisiert 3,9 Prozent höher lagen.
Experten rechnen mit nachlassendem Wachstum
Die Wachstumszahlen für das erste Quartal bestätigen, daß die amerikanische Wirtschaft auch in diesem Jahr in etwa in Höhe der Potentialrate von 3,5 Prozent wachsen dürfte. Institutionen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) sagen dabei für 2006 eine Steigerung des BIP um 3,4 Prozent voraus.
Die meisten Experten erwarten allerdings, daß die Wachstumsdynamik in der zweiten Jahreshälfte etwas abnehmen wird. Als größtes Risiko für die Wirtschaftsentwicklung werden die hohen Energiepreise und eine mögliche scharfe Korrektur der Preise für Wohnimmobilien genannt. Beide Faktoren gefährden vor allem die Entwicklung des Privaten Konsums.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2468 | −0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 106,35 $ | −0,47% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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