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Konjunktur Amerika wächst stärker als erwartet

28.08.2008 ·  Die amerikanische Wirtschaft ist auch im zweiten Quartal des Jahres nicht geschrumpft. Mit einer Wachstumsrate von 3,3 Prozent wurden alle Erwartungen übertroffen.

Von Claus Tigges
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Die amerikanische Wirtschaft ist auch im zweiten Quartal des Jahres nicht geschrumpft, sondern sogar noch schneller gewachsen als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe zwischen April und Juni mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,3 Prozent zugelegt, teilte das Wirtschaftsministerium in Washington am Donnerstag mit. Eine frühere Schätzung hatte auf 1,9 Prozent gelautet. Das BIP lag damit um 2,2 Prozent höher als im zweiten Quartal 2007. Bankvolkswirte an der Wall Street hatten mehrheitlich mit einer Wachstumsrate von 2,7 Prozent gerechnet.

Als Grund für die Beschleunigung der Konjunktur nannten die Ökonomen des Ministeriums vor allem den Export. Die Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen sei im zweiten Quartal um 13,2 Prozent gestiegen, während der Import um 7,6 Prozent zurückgegangen sei. Ein höherer Nettoexport schlägt sich positiv auf das Wachstum nieder. Unternehmen setzten den Abbau ihrer Lager fort, allerdings nicht mehr so stark wie noch im ersten Quartal. Allerdings hat sich die Gewinnsituation vieler Unternehmen im Frühjahr deutlich verschlechtert. Die Gewinne sanken den Angaben zufolge durchschnittlich um 2,4 Prozent und lagen damit um 7 Prozent unter Vorjahresniveau. Gleichwohl reagierten die Kurse vieler Aktien an der Wall Street positiv auf die Wachstumsdaten. Der Dow Jones, das führende Börsenbarometer, legte im frühen Handel rund um 0,8 Prozent auf knapp 11 600 Punkte zu.

Die Prognosen für das laufende dritte Quartal und auch für die letzten Monate des Jahres sind allerdings keineswegs rosig. Zahlreiche Ökonomen und auch die Notenbank Federal Reserve befürchten, dass die amerikanische Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte stagnieren könnte. Für 2009 wird eine langsame Erholung erwartet. "Der Export wird aufgrund einer schwächeren Konjunktur auf den Absatzmärkten und wegen des stärkeren Dollar nicht mehr so schnell zulegen wie zuletzt", kommentierte David Greenlaw von der Investmentbank Morgan Stanley.

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