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02.12.2004 ·  pwe. Entgegen manchen Spekulationen denkt die Europäische Zentralbank (EZB) nicht daran, den Leitzins im Euro-Raum von 2 Prozent zu senken. Die Neigung der Notenbanker geht in Richtung Zinserhöhung. Das ist beruhigend.

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pwe. Entgegen manchen Spekulationen denkt die Europäische Zentralbank (EZB) nicht daran, den Leitzins im Euro-Raum von 2 Prozent zu senken. Die Neigung der Notenbanker geht in Richtung Zinserhöhung. Das ist beruhigend. Denn die Risiken für die Preisentwicklung sind groß. Der weit geschneiderte Geldmantel bietet den Spielraum, in dem die hohen Öl- und Rohstoffpreise Inflationsdruck erzeugen können. Die Teuerungserwartungen, gemessen an inflationsindexierten Anleihen, sind nach oben und über die Marke von 2 Prozent gekrochen. Das Vertrauen der Finanzmärkte in die Fähigkeit der EZB, Preisstabilität zu gewährleisten, bröckelt. Ohne dieses Vertrauen aber ist die Geldpolitik nahezu machtlos. Die Preis- und Wachstumsprojektionen der EZB-Volkswirte, die auf mittlere Frist eine Inflationsrate von 1,6 Prozent ausweisen, geben keine Entwarnung. Sie haben sich fast immer als zu positiv erwiesen. Nicht zuletzt liegt der reale Zins seit Monaten nahe null Prozent. Für eine Wirtschaft, die in den kommenden beiden Jahren in etwa mit der inflationsneutralen Potentialwachstumsrate wachsen soll, ist das zu niedrig. Schon deshalb verbieten sich Eingriffe der europäischen Notenbanker an den Devisenmärkten, um die Aufwertung des Euro gegenüber dem Dollar zu bremsen. Erfolgreiche Interventionen erfordern, sie zinspolitisch zu unterfüttern. Eine Zinssenkung aber kann die EZB sich nicht mehr leisten.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2004, Nr. 283 / Seite 11
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