Home
http://www.faz.net/-gqf-ot46
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Klare Ansage

 ·  Ein hoher Ölpreis ist ein zweischneidiges Schwert. Er treibt die Inflation nach oben, und zugleich drückt er das Wirtschaftswachstum. Auf den ersten Blick stellt dies die Geldpolitik vor ein Dilemma: Höhere Inflationsaussichten ...

Artikel Lesermeinungen (0)

pwe. Ein hoher Ölpreis ist ein zweischneidiges Schwert. Er treibt die Inflation nach oben, und zugleich drückt er das Wirtschaftswachstum. Auf den ersten Blick stellt dies die Geldpolitik vor ein Dilemma: Höhere Inflationsaussichten legen eine Zinserhöhung nahe, gedämpfte Wachstumsperspektiven eine Zinssenkung. Doch dieses Bild trügt. Tatsächlich haben Notenbanken nur eine einzige sinnvolle Möglichkeit, auf hohe Ölpreise zu reagieren. Sie müssen dafür Sorge tragen, daß der zeitweise Preisschub sich nicht zu einem dauerhaften Inflationsanstieg auswächst. Zweitrundeneffekte etwa in Form von kompensierenden Lohnsteigerungen müssen vermieden werden, steigende Inflationserwartungen dürfen sich nicht verfestigen. Sie würden den Preisdruck erhöhen und das Wirtschaftswachstum noch zusätzlich belasten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hofft, daß die Ölpreise in absehbarer Zeit wieder sinken werden. Dafür spricht einiges, doch Gewißheit gibt es nicht. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat erklärt, daß die europäischen Geldpolitiker Zweitrundeneffekte verhindern werden. Das ist die Ansage einer Zinserhöhung - noch unter der Nebenbedingung eines dauerhaft hohen Ölpreises. Die absehbare Erholung der europäischen Wirtschaft und der hohe Geldüberhang erlauben und erfordern, einen solchen Zinsschritt rechtzeitig und vorbeugend zu gehen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2004, Nr. 128 / Seite 11
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington.

Jüngste Beiträge

Yahoo kauft Relevanz

Von Roland Lindner

Des Internetkonzerns Yahoo zahlt 1,1 Milliarden Dollar in bar für den Blogging-Dienst Tumblr. Der Zukauf hat den Anschein einer Verzweiflungstat. Mehr 2 10

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --