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Kommentar Hausgemacht

26.03.2004 ·  Das Wirtschaftsklima in Deutschland hat sich abermals eingetrübt. Dem Warnschuß vom Februar folgte im März ein zweiter Schuß vor den Bug der Konjunkturoptimisten. Noch ist unsicher, ob sich die Eintrübung nur zu einer Delle oder zu einer Korrektur auswachsen wird.

Von Patrick Welter
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pwe. Das Wirtschaftsklima in Deutschland hat sich abermals eingetrübt. Dem Warnschuß vom Februar folgte im März ein zweiter Schuß vor den Bug der Konjunkturoptimisten. Noch ist unsicher, ob sich die Eintrübung nur zu einer Delle oder zu einer Korrektur auswachsen wird. Immerhin stellen die realwirtschaftlichen Daten eine gemäßigte Aufwärtsentwicklung noch nicht in Frage. Sicher aber ist, daß die Risiken für die Konjunktur spürbar größer geworden sind. Erstmals seit Monaten haben die Unternehmen auch die Geschäftslage schlechter beurteilt. Die Gründe dafür liegen nur zum kleinen Teil in der Außenwirtschaft. Die Weltwirtschaft zieht die Ausfuhr als Folge früherer Euro-Aufwertungen zwar nicht mehr so stark wie zuvor, aber sie zieht immer noch. Die Exporterwartungen der Unternehmen sind zuletzt sogar gestiegen. Wichtiger als die Ausfuhr ist für Dauer und Stärke der Wirtschaftserholung, daß die Binnennachfrage in Schwung kommt. Bislang ist das nicht der Fall. Daß die Gründe dafür vor allem hausgemacht und über eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank kaum zu beheben sind, zeigt der Blick zu den Nachbarn: In Belgien, den Niederlanden und in Italien hat sich das Geschäftsklima, ungeachtet des Zinsregimes, zuletzt gebessert. Noch gilt der zweite Warnschuß des Ifo-Indikators deshalb mehr den Reformbremsern in der deutschen Regierung als der europäischen Geldpolitik.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2004, Nr. 74 / Seite 11
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Jahrgang 1965, Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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